Montag, 25.05.2020

Sommer-Trend Hängematte: Einfach mal entspannt abhängen

Leserbrief

Wer in den letzten Wochen aufmerksam Werbeprospekte studiert hat, kann sie eigentlich nicht übersehen haben. Sie ist der Inbegriff von Freiheit und Abenteuerlust, bietet den perfekten Ort zum Abhängen. Kein Wunder, dass die Hängematte in den vergangenen Wochen zum neuen Trend-Teil aufgestiegen ist. Die Junge Szene nimmt die Vorteile von Hängematten unter die Lupe und gibt ein paar Tipps, damit der Urlaub auf Balkonien noch beschwingter wird.

Los geht es aber mit Angeberwissen, was sich im Freundeskreis oder bei Quizduell mal als nützlich erweisen könnte: Der Ursprung des Wortes Hängematte kommt von den Taínos auf Haiti. Sie haben ihre Schlafnetze „hamáka“ genannt. In der deutschen Sprache erscheint der Begriff erstmals im Jahr 1529 als Hamaco oder Hamach. Da er jedoch fremd klang, wurde er zu Hängematte umgewandelt. Es ähnelt dem Stammwort Hamach und liefert zudem noch eine treffende Beschreibung für die Sache: hängende Schlafmatte.

Individuelle Modelle

Wahlmöglichkeiten bei Hängematten gibt es genug. So individuell wie die Menschen, die sich darauf legen, so sind auch die einzelnen Modelle. Die gängigsten Arten sind die Netz-, Tuch- und Stabhängematte. Erstere besteht aus einem engen Netz aus Baumwollfäden, das den Körper dicht umschließt. Aufgrund der Bauart sind diese Matten flexibel und bequem, bieten durch die Löcher zudem eine permanente Belüftung. Tuchhängematten hingegen isolieren gut bei Kälte. Das festere Tuch gibt Halt und überzeugt durch richtig viel Geborgenheit. Bei dem letzten Modell befinden sich an den beiden Endstücken der Liegefläche zwei Stäbe, die meist mit Bändern in einer Öse enden. Dadurch hängt die Matte nicht so durch, und die Aussicht ist etwas besser. Dadurch sind die Stabhängematten jedoch auch etwas wackeliger und unhandlicher in der Pflege, da sie nicht in die Waschmaschine können.

Ebenso unterschiedlich wie die Modelle sind auch die Aufhängungen. Klassisch wird die Hängematte zwischen Bäume gespannt. Aber wer hat schon zwei Exemplare, die im richtigen Abstand im Garten stehen und sich eignen würden? So gibt es die Möglichkeit, nur einen Baum und auf der anderen Seite einen Masten zu verwenden. Am flexibelsten sind jedoch Hängematten, die gleich im Gestell kommen. Sie können auch jederzeit einfach Indoor aufgebaut werden, falls draußen kein Platz zur Verfügung steht oder es regnen sollte.

Hängesessel: Die platzsparende Alternative

Eine noch platzsparendere Alternative ist übrigens ein Hängesessel. Diese kommen in der Regel ebenfalls mit einem Gestell, sodass sie nicht einmal an der Decke befestigt werden müssen.

Platzsparender als eine Hängematte ist ein Hängesessel im Garten. Foto: Unsplash

Die unterschiedliche Ausstattung spiegelt sich natürlich auch im Preis wider. Wer erst einmal ausprobieren möchte, ob eine Hängematte überhaupt das Richtige ist, macht mit einer günstigen aus dem Discounter nichts falsch. Es sollte nur vorher einmal Probe gelegen und getestet werden, ob das Modell stabil genug ist. Hinzukommt, dass für einige das Gefühl ungewohnt sein kann, frei in einer Hängematte zu schwingen. Wer im Auto nicht gern hinten sitzt und in schnellen Karussells ein ungutes Gefühl im Magen hat, muss jedoch nicht unbedingt Probleme in einer Hängematte haben. Im Gegenteil: Früher gab es in den Kojen auf Schiffen Hängematten, um unter anderem der Seekrankheit der Besatzung vorzubeugen.

Bequeme Kleidung ist Pflicht

Wenn die richtige Hängematte gefunden wurde, braucht es nicht viel, um darin eine entspannte Zeit zu haben. Bequeme Kleidung ist auf jeden Fall Pflicht. Je nach Wetter empfiehlt sich eine kuschelige Decke, Kissen tragen zum zusätzlichen Komfort bei. Leckere Snacks und Getränke dürfen ebenfalls nicht fehlen. Ein kleiner Beistelltisch eignet sich perfekt, um im Liegen nichts zu verschütten. Jetzt noch etwas Musik auf die Ohren, ein gutes Buch in die Hand (siehe unten) und dem perfekten Urlaubsfeeling im eigenen Garten steht nichts mehr im Wege.

Wer genug gelesen hat, der kann die Hängematte auch für ein Nickerchen nutzen. Das leichte Hin- und Herschaukeln soll gut beim Einschlafen helfen und nach einer Gewöhnungsphase auch einen besonders angenehmen Schlaf versprechen. Das richtige Modell soll außerdem rückenschonend sein, da der Körper in Bewegung bleibt und die Muskulatur gestärkt wird.

Das mag vielleicht erst etwas unbequem erscheinen, aber wenn die Matte groß genug ist, dann ist es auf jeden Fall einen Versuch wert. Experten empfehlen dafür zudem, ein Modell zu nehmen, in das man sich diagonal hineinlegen kann. In Südamerika, besonders in Brasilien, schlafen übrigens täglich Millionen Menschen in Hängematten und besitzen nicht einmal ein Bett für die Nacht.

Mit der Hängematte viral gehen

Wem das einfache Abhängen zu langweilig ist, dem bietet die Hängematte auch eine Gelegenheit dafür, sich zu bewegen. Wer sich dabei geschickt anstellt, schafft es womöglich sogar noch, viral zu gehen wie die Schweizerin Yasemine Özer.

Im April zierte sie etliche Titelblätter in den Zeitungen. Die 28-Jährige ist Projektleiterin und eigentlich leidenschaftliche Surferin. Durch den vorherrschenden Lockdown und die weiterhin andauernden Reisebeschränkungen muss sie auf das geliebte Wellenreiten verzichten. Darum packt sie kurzerhand ihr Wakeboard in die Hängematte, zieht sich einen Bikini an und stellt einen Föhn auf, der die warme Meeresbrise simulieren sollte. Eigentlich ist das Video nur als Gag für ihre Instagram-Freunde gedacht, aber so schnell, wie sich der Clip verbreitet, kann Yasemine gar nicht gucken.

Aber ob das Hängematten-Surfen etwas für Anfänger ist? Wohl eher nicht. Sogar für die erfahrene Surferin sei das anfangs eine ziemliche Herausforderung gewesen. Sie soll zwar schnell den Bogen rausgehabt haben, sei aber bereits auch schon mit High Heels surfen gegangen. Also lieber doch nicht nachmachen. Es ist sowieso viel entspannter und ungefährlicher, einfach in der Hängematte zu liegen und anderen beim Schwitzen zuzusehen.









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