Montag, 24.09.2018

Schüler setzen sich im Karottenkostüm für den Klimaschutz ein

Leserbrief

Goslar. Ist denn schon wieder Karneval oder warum laufen die Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schulen (BBS) am Stadtgarten als Karotten verkleidet in der Goslarer Fußgängerzone herum? Nein, die Narrenzeit ist doch erst wieder im Februar. Die Zwölftklässler der Fachschule Wirtschaft und Verwaltung veranstalten einen „Carrotmob“.

Dabei handelt es sich um eine besondere Form des „Flashmobs“, also einer Menschenansammlung, mit dem festen Ziel, die Teilnehmer für den Klimaschutz zu begeistern. Mit ihrer Projektlehrerin Elsa Vorberg informiert die zwölfte Klasse vor dem ehemaligen Standesamt in der Rosentorstraße über Themen wie Klimaschutz, Nachhaltigkeit sowie fairen Handel. Die Schüler verteilen zudem Gutscheine für den Eine-Welt-Laden in der Schilderstraße – nach einer knappen Stunde waren schon mehr als 100 weg.

Zehn Prozent für Klimatschutzprojekt spenden

Es ist das Ziel des „Carrotmobs“, möglichst viele Menschen dazu aufzurufen, etwas im Eine-Welt-Laden zu kaufen. Durch die Einnahmen des Projekts sollen in dem Geschäft zum einen energiesparende Maßnahmen unterstützt werden. Zum anderen werden knapp zehn Prozent der Tageseinnahmen an ein Klimaprojekt eines Handelspartners in Bolivien gespendet, sagt Vorberg.

Den Fairtrade-Laden gibt es seit den 1980er Jahren, aber viele Menschen kennen ihn nicht, bestätigt BBS-Schülerin Lara Osso nach Gesprächen mit Fußgängern. „Ich selbst wusste auch nicht, dass es ihn gibt“, gesteht die 19-Jährige. Der Laden bietet Lebensmittel und Kunst aus Entwicklungsländern. „Die Sachen sind zwar teurer, es wird aber darauf geachtet, dass die Bauern und Händler bessere Lebensbedingungen haben“, erklärt Ulrike Breger, die sich wie alle Mitarbeiter ehrenamtlich in dem Laden engagiert.

Umdenken erreichen

Zhi Qiang Wan und Lasse Dettmer, die im Team als Karotte unterwegs sind, fühlen sich wohl in ihrer Haut. Sie wissen, dass sie mit ihrem ungewöhnlichen Outfit für viel Aufmerksamkeit sorgen und vielleicht bei den Menschen ein Umdenken erreichen können. „Im Alltag achtet man meistens nicht auf den Klimaschutz. Darum ist es gut, wenn man sich damit mal beschäftigt. Dann fällt einem erst auf, wie verschwenderisch man lebt“, sagt der 17-jährige Lasse. Dabei deutet er auf das Informationsmaterial, dass die Schülergruppe extra in eine Mappe geheftet hat. Auch hier spielt der Nachhaltigkeitsgedanke mit: Bei Papierflyern würde viel mehr Müll anfallen. Sogar die Tischdecke ist recycelbar.








Weitere Topthemen aus der Region:
  • Oberharz
    Ausschreibung für Museums-Konzepte startet
    Mehr
  • Bad Harzburg
    Zwangseinweisung nach Vollrausch-Straftaten
    Mehr
  • Region
    MEINE MEINUNG: Der Internet-Medikus hat Schwächen
    Mehr
  • Bad Harzburg
    Wasser und der Weg des Widerstands
    Mehr
  • Goslar
    Fahrkartenautomat gestohlen
    Mehr