Freitag, 19.06.2020

Schüler machen am Harzburger Gymnasium über Lautsprecher auf Rassismus aufmerksam

Leserbrief

Bad Harzburg. „I have a dream“. Vor einigen Tagen schallte die berühmteste Rede Martin Luther Kings aus allen Lautsprechern des Werner-von-Siemens-Gymnasiums. Drahtzieher der Aktion: Die Schülervertretung, die eine Durchsage zu Ehren des schwarzen US-Bürgers George Floyd, der am 25. Mai von dem weißen Polizisten Derek Chauvin erstickt wurde, organisiert hatte. In ihrer zusammengestellten Audioaufnahme appellierte sie an die gesamte Schülerschaft: „Wir sollten uns unserer Handlungen bewusster werden und Diskriminierung klar bekämpfen.“

„Kein Mensch sollte für seine Hautfarbe oder seine Herkunft benachteiligt werden – dies gilt in Amerika, wie es hier gilt. Wir setzen ein Zeichen gegen Intoleranz und für Akzeptanz. Wir sind eine Schule ohne Rassismus und mit Courage“, heißt es in einem Kommentar von Laura Groß in der Aufnahme weiter. Neben Ausschnitten der Rede „I have a dream“, die Martin Luther King 1963 in Washington gehalten hatte, und einer Schweigeminute für Menschen, die weltweit wegen Rassismus ihr Leben lassen mussten, nimmt er den größten Teil der Durchsage ein.

Besonderes Augenmerk legt die 18-Jährige auf die Verantwortung, die alle Menschen bei ungleicher Behandlung anderer tragen würden: „Wir alle haben dabei unseren Anteil: Mit den Worten, die wir wählen, und den Entscheidungen, die wir treffen, können wir gegen Diskriminierung vorgehen, aber sie auch unterstützen.“ Um Rassismus aktiv entgegenzuwirken, müsse man nicht immer zwingend protestieren oder Geld spenden. Ein Zeichen könne man auch setzen, indem man andere Personen auf rassistische Kommentare anspreche oder sich bei Mitschülern für Gleichberechtigung einsetze.

Schüler hatten Gänsehaut

Mit dem Ergebnis ist die Schülersprecherin mehr als zufrieden: Die Resonanz der Lehrkräfte als auch der Schüler sei durchweg positiv. „In den Klassen wurde dann noch sehr viel im Unterricht darüber geredet“, erzählt sie glücklich. Vor allem die Schüler seien von der Atmosphäre sehr ergriffen gewesen: „Viele von ihnen haben erzählt, dass sie sogar Gänsehaut während der Schweigeminute bekommen haben“, freut sich die 18-Jährige über die starke Wirkung der Aufnahme.

Augrund der Coronamaßnahmen konnte bisher nur die Hälfte der Schülerschaft die Durchsage hören. „Wir planen, es nochmal abzuspielen, wenn die andere Hälfte Unterricht hat“, sagt Laura. Auf deren Reaktion sind sie und die restliche Schülervertretung schon gespannt.

Von Lea Dämgen









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