Freitag, 19.10.2018

Schüler aus drei Ländern basteln sich den perfekten Chef

Leserbrief

Goslar. Wie sieht der perfekte Chef aus? Haben es Frauen in Führungspositionen immer noch schwerer? Und wie schafft man es, Geschäftsführer zu werden? Diese und weitere Fragen stellten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der „Leadership-Conference“ in den Berufsbildenden Schulen (BBS) Baßgeige erfahrenen Führungskräften. 16 Schüler aus Goslar sowie aus dem schwedischen Lund und dem norwegischen Bergen engagierten sich bei der internationalen Projektwoche.

In den Gesprächen waren die Jugendlichen besonders an den Unterschieden in Führungsstilen interessiert. Carl-Michael Diedrich, Geschäftsführer des Goslarer Unternehmens CMD-Naturkosmetik, erzählte, worauf es ihm ankommt: „Es ist wichtig, seinen Mitarbeitern Respekt zu zeigen, denn nur so kann man auch welchen erhalten.“ Zudem sollte ein Chef nicht als „Sklaventreiber“ auftreten und seinen Angestellten Freiheiten geben.

Über die Jahre weiterentwickelt

Schülerin Angelina Czwojdrak fragte den Firmenchef nach seinem Werdegang. Wie hat er es geschafft, Unternehmensleiter zu werden? „Es war viel Arbeit“, sagte er. Doch Diedrich hatte schon früh das Gefühl, dass mehr in ihm stecke, als nur als Angestellter zu arbeiten.

Anton Hanny aus Schweden wollte von ihm noch wissen, ob er sich über die Jahre weiter entwickelt hat. „Natürlich“, kam als Antwort. Schließlich lerne man mit der Zeit immer mehr dazu. Aber auch andere Firmenchefs und Chefinnen plauderten über ihre Arbeit. Tanja Stascheck von der Mannsfeld-Löbbecke-Stiftung erzählte, wie sie ihre Arbeit und ihr Privatleben unter einen Hut bekommt.

Die Interviews mit den Experten, aber auch die Erarbeitungsrunden in Kleingruppen wurden auf Englisch geführt. Bei der „Leadership-Conference“, die seit 2006 besteht – wenn auch jedes Jahr woanders und mit Teilnehmern aus unterschiedlichen Ländern – lag ein Fokus auf dem kulturellen Austausch. All die Informationen, die die Schüler aus der Projektwoche aus den Gesprächen mit den Experten gewonnen haben, und ihre Gedanken trugen sie in Gruppen zusammen.

Kreativität fördern

Sie erstellten Videos, in denen sie zeigten, wie sie sich den perfekten Chef vorstellen. „Dabei können die Schüler ihrer Kreativität freien Lauf lassen“, erzählten die Lehrer, die das Projekt organisierten.

Für die Chefs von morgen hatten die Experten einen Rat für die Zukunft. „Ihr müsst wissen, was ihr wollt und immer ehrlich zu euch selbst sein. Die Entscheidungen, die ihr heute trefft, beeinflussen das Leben von morgen“, sagte Carl-Michael Diedrich. Holger Fenker, Kreisjugendpfleger, empfahl abschließend: „Ihr müsst einfach euren Weg gehen und dabei ist es nicht schlimm, Fehler zu machen.“








Weitere Topthemen aus der Region:
  • Archiv
    Traditionsverein:Fünf Frauen dazugewonnen
    Mehr
  • Archiv
    Neue Feuerwache entsteht am alten Ort
    Mehr
  • Braunlage
    Skigebiet stellt sich auf Wintersaison ein
    Mehr
  • Goslar
    Sigmar Gabriel gründet mit seiner Frau eine Stiftung
    Mehr
  • Goslar
    Neue Schaukel und 700 Narzissen
    Mehr