Donnerstag, 14.06.2018

Schoko-Sauce kontra Sternekoch-Kost

Es geht wieder los, die Fußball-WM schlägt erbarmungslos zu. Vorberichte, Hintergrundberichte, wer wird wie warum gegen wen gewinnen oder auch nicht. Spekulationen, Diskussionen, Wetten allerorten, denn jeder ist schließlich Fußball-Fachmann. Nur einer nicht – ich.

Meine fußballvernarrten Kollegen meinten deshalb, ich solle ihnenmal das Orakel machen, das kulinarische, versteht sich. Denn vom Fußball habe ich so viel Ahnung, wie zum Beispiel vom Galoppsport. Bei meinen Besuchen auf der Bündheimer Rennbahn setze ich gernauf das Pferd mit dem schönsten Namen. Und gewinne auch – einmal.

Na gut, mit den Namen ist das beim Fußball auch so eine Sache was ist schon ein urdeutscher Herr Müller gegen einen Jesus Corona aus Mexiko, Deutschlands erstem WM-Gegner. Also rein sprachlich gesehen. Denn auf dem Platz ist so ein Thomas Müller doch schon ein spielerischer Wohlklang. Aber lassen wir das. Ich besinne mich auf meine Stärken, die kulinarischen, versuche die Spielausgänge nach der Spezifik der Landesküchen einzuschätzen. Das ist zwar sicher genauso seriös, wie einen Kraken namens Paul zu bemühen, der bei der WM 2010 die Ergebnisse vorhersagte, aber „schaun mer mal“, um mit Franz Beckenbauer zu sprechen (den Kaiser Franz, den kenne ich!).

Land der Bohnen, Chilis und Tacos

Nun also als ersten Gegner Mexiko, das Land der Bohnen und der Chilis, der Tacos und der Enchiladas. Und eines darf in der mexikanischen Küche nicht fehlen, die Mole Poblano, die berühmte Sauce aus Chili, Gewürzen und ungesüßter Schokolade. Klingt lecker, ist aber nicht gerade kalorienarm. Zur Zubereitung einer Mole Poblano werden zwischen 35 und 75 verschiedene Zutaten benötigt, heißt es. Und, die Sauce, so besagt zumindest eine der Küchentheorien, soll eigentlich spanischen Ursprungs und von iberischen Nonnen kreiert worden sein, die im Kloster Santa Rosa in Puebla lebten. Die spanischen Wurzeln könnten also ein Hinweis darauf sein, warum die Mexikaner als gute Techniker im Fußball gelten. Und das kräftige Essen sorgt für ihre Kampfstärke, was sie zu einem unbequemen Gegner werden lassen kann.

In besten Händen

Aber, der Mexikaner an sich, so sagt die Statistik, neigt zu Adipositas, zu Deutsch, er ist zu dick. In der Hitliste der fettesten Industrienationen mischt Mexiko seit Jahren ganz vorn mit. Ob das auch auf die Spieler auf dem Platz zutrifft, weiß ich nicht. Aber egal, ob schlanke Spieler oder spanische Technik-Wurzeln, die Aufgabe dürfte, ja muss zu schaffen sein.

Was das Essen anbelangt, sind Jogis Jungs in besten Händen. Anton Schmaus, Sternekoch aus Regensburg, bekocht sie in Russland. Teammanager Oliver Bierhoff soll den nicht gerade mageren Schmaus schon geneckt haben, dass man ihm ansehe, dass er Koch und kein Ernährungsberater sei. Jetzt muss Schmaus die Herausforderung meistern, Geschmack und Gesundheit unter einen Hut zu bringen. Er wird seinen Teil zum Erfolg beitragen, da bin ich mir sicher. Deutschland ist Titelverteidiger und wird gewinnen.