Montag, 15.07.2019

Sanfte Anarchie oder der eigene Herr

Leserbrief

Einigen wird eher mulmig beim Gedanken daran, andere sehnen es schon seit Jahren herbei: Zuhause ausziehen und in die ersten eigenen vier Wände einziehen.

Da steht er nun, ein kleiner Halbsatz, der es in sich hat. Für viele ist es diesen Sommer so weit – ob nun wegen eines Ausbildungs- oder Studienbeginns oder wegen eines Praktikums oder Sozialen Jahres. Denn es gibt eine Menge vorzubereiten und einige Entscheidungen zu treffen. Damit für euch der nächste Schritt nicht zum Horrortrip mutiert, hat die Junge Szene eine Check-Liste (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) vorbereitet. Eigene Wohnung, Wohngemeinschaft oder Studentenwohnheim – für alle Formen gilt in der Regel: Besser schon vorgestern drum kümmern. Gerade in beliebten Groß- und Uni-Städten ist günstiger Wohnraum rar.
Viel zu organisieren
Bei der eigenen Wohnung, sofern sie nicht möbliert ist, müsst ihr euch darauf einstellen, einen ganzen Hausstand aufzubringen. Neben den Möbeln aus eurem Zimmer zuhause, solltet ihr auch an einen kleinen Küchentisch, Stühle und Badezimmer-Möbel denken. Für die Küche Besteck (Dosenöffner und Co. mit inbegriffen), Geschirr, Kochtöpfe, Pfannen, Elektrogeräte (Wasserkocher sind Gold wert) und Putzzeug nicht vergessen. Staubsauger sind nützlich, allerdings kann man auch gut mit Besen und Wischzeug sauber machen. Eine Waschmaschine halten viele für unerlässlich. Günstiger, ohne Folgekosten und mit weniger Abgeschleppe beim Umzug verbunden, ist ein Waschsalon. Kurz die eigene Wohnung kostet in der Regel zunächst etwas mehr. Aber zum Glück kann man die meisten Sachen auch günstig im Sozialkaufhaus oder auf dem Flohmarkt kaufen. In der Verwandtschaft rumfragen kann auch helfen. Viele Tanten, Cousins etc. haben einige Sachen, die noch gut sind, aber seit Jahren im Keller stehen und eigentlich weg sollten. Der Vorteil der eigenen Wohnung liegt darin, dass ihr in euren Entscheidungen, was Raumgestaltung, Leute einladen und Putzen angeht, relativ frei seid. In Wohngemeinschaften (WG) sieht das oft etwas anders aus. Wohnungen findet ihr am schwarzen Brett zum Beispiel, in der Mensa oder den Hörsaalgebäuden oder unter: www.immobilienscout24.de, www.immonet.de, www.wohnungsboerse.net.
WG ist Einstellungssache
Ein Zimmer in einer WG, ist in der Regel günstiger als eine eigene Wohnung. In WG’s sind auch die wichtigsten Haushaltsgegenstände und gemeinschaftlichen Möbel (Küche, Bad) meist schon vorhanden und die Mitbewohner können hilfreich sein, sich in der neuen Stadt zurechtzufinden. Außerdem hat man gleich ein paar neue Bekannte. Allerdings müsst ihr euch in vielen Sachen mit euren Mitbewohnern abstimmen. Klassische Knackpunkte in einer WG sind oft nicht umgesetzte Putzpläne, Mitbewohner die sich ungefragt bei eurem Essen bedienen könnten und jeden Abend Party machen. Wer sich jedoch entspannt auf ein klein wenig Chaos und sanfte Anarchie einlassen möchte, für den kann das WG-Leben eine Menge schöner und abenteuerlicher Erfahrungen bereithalten. WG-Zimmer findet ihr am schwarzen Brett, zum Beispiel in der Mensa oder den Hörsaalgebäuden, auf Kneipentour oder unter: www.wg-gesucht.de, www.wg-suche.de, www.studenten-wg.de, www.wohngemeinschaft.de.
Studentenwohnheime bieten oft beide Möglichkeiten, also Wohnung oder WG, an. In einigen Wohnheimen gibt es allerdings Küchen und Waschräume, die ihr Euch mit einer ganzen Menge anderer Leute teilen müsst (die auf demselben Flur wohnen). Die Mieten sind hier im Vergleich sehr günstig und meist gibt es große Gemeinschaftsräume, wo ihr schnell viele neue Leute kennenlernen könnt. Oft gibt es Waschsalons direkt im Haus.
Das Studentenwerk hilft
Auf ein Zimmer im Studentenwohnheim könnt ihr euch in der Regel erst bewerben, wenn ihr immatrikuliert seid und den Semesterbeitrag bezahlt habt. Manchmal gibt es längere Wartezeiten, bis ihr ein Zimmer bekommt. Einige Studentenwohnheime können vom Komfort an Hostels oder Jugendherbergen erinnern. Es gilt das Gleiche wie bei einer WG: Wer sich auf die Gegebenheiten einlassen kann, wird auch hier eine gute Zeit haben.
Um einen Platz in einem Studentenwohnheim zu bekommen, wendet euch an das Studentenwerk in eurer Universitäts-Stadt.








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