Sonntag, 30.12.2018

Regenmangel hält bis in den Winter hinein an

Zuerst freuen sich ja alle über den schönen, sonnigen und warmen Sommer. Aber schon nach einigen Wochen mit Temperaturen, die teils an das für die Mittelmeerregion übliche Wetter erinnern, geht das Stöhnen los. Jeden Tag Sonnenschein, nicht der kleinste Tropfen Regen kühlt die trocken-heiße Luft mal ab. Auch viele Pflanzen, besonders die in Kästen, Töpfen und Kübeln, machen schlapp. Mitte Juli muss ich erstmals seit vielen Jahren Leitungswasser zum Gießen nehmen. Sonst reichten die 6500 Liter Regenwasser, das ich in verschiedenen Behältern sammle, immer aus. Diesmal herrscht schnell Ebbe.

Der Rasen ist nur dort noch grün, wo er nicht ständig raspelkurz gemäht worden ist, und da, wo der Gärtner oder die Gärtnerin die Beete mulcht, haben es die Pflanzen etwas leichter. Denn der Mulch hält die Verdunstung des Gießwassers in Grenzen, der Boden ist länger feucht. Erst Anfang Dezember regnet es wieder, so dass auch die Pegel der Gewässer langsam wieder steigen. Ausreichend Regen lässt aber weiter auf sich warten.

Ständig nachfüllen muss ich im Sommer auch den Tümpel am unteren Ende meines Kräuterhochbeetes. Dort wächst das Echte Mädesüß zu einem großen Strauch heran. Im Garten meines Nachbarn tauchen im August die verlassenen Puppen eines Insekts auf, das meinen Garten offensichtlich noch nicht entdeckt hat: Libellen. Die gegenüber Menschen völlig friedfertigen Tiere, die beim Fliegen aussehen wie Mini-Hubschrauber, gehören zu den ältesten Insekten, die unsere Welt zu bieten hat.

Der September bringt eine Obst- und Gemüseernte, die mengenmäßig kaum zu bewältigen ist. Wie erhofft, trägt der Mirabellenbaum reichlich Früchte. Einige Eimer voll verschenke ich, vom großen Rest wird im Hause Borchers erstmals Wein produziert. Und trotz einiger Unsicherheit, wie das denn jetzt genau vonstatten zu gehen hat, ist das Ergebnis gut trinkbar. Salat, Gemüse und weiteres Obst, darunter auch jede Menge Blaubeeren und (immer noch) Erdbeeren sorgen für eine Vitaminschwemme und werden teils eingefroren oder eingemacht, damit nichts verdirbt.

Erst im Oktober, kurz vor den ersten kühlen Nächten, hole ich die letzten Tomaten ins Haus. Mehrere Kilogramm hängen noch an den etwa 30 Pflanzen, die auf dem Hof unter einem Dachvorsprung in Kübeln wachsen. Wärme und Sonne haben ihnen gut getan. Einige Gärtner haben durch die große Trockenheit aber auch Probleme und können kaum Tomaten ernten. Meist stellt sich heraus, dass die Tomaten nicht regelmäßig oder zu wenig gegossen werden. Manche dieser immer hungrigen Starkzehrer sitzen auch in zu kleinen Gefäßen.

Der November bringt immer noch frisches Gemüse, Salat und Kräuter. Durch das milde und immer noch zu trockene Wetter blühen die Salat-Chrysanthemen (auch Wucherblume genannt) auf dem Kräuterhochbeet noch, die Winterendivien und Stielmus liefern frische Zutaten für die Küche, und auch Rote Bete und Pastinaken stehen noch im Beet (und bleiben dort auch über den Winter).

Im Dezember widme ich mich wie wohl alle Hobbygärtner mehr meinen Zimmerblumen. Darunter sind einige Orchideen, die derzeit gerade anfangen zu blühen. Ansonsten plane ich für das nächste Jahr. In diesem Sinne: Abwarten (Kataloge und Bücher wälzen) und selbst gemachten Kräutertee trinken.