Montag, 13.05.2019

Regen über dem „Castle of Costumes“

Leserbrief

Vienenburg. Wohl ein schwacher Trost, aber doch ein Trost ist es, dass man das Cosplay-Event auf der Vienenburg so treffend in einem Lied aus der Fantasy-Reihe „Game of Thrones“ zusammenfassen kann: „Doch Regen nun beweint die Burg...“. Der Dauerregen bei Temperaturen um die 10 Grad ließen das „Castle of Costumes“ buchstäblich ins Wasser fallen. 

Viele Cosplayer froren in ihren luftigen Outfits, manch eine lange Robe schleifte im Dreck. Doch obwohl die Besucherscharen ausblieben, an bunten Figuren aus Manga und Anime oder Buch und Fernsehen fehlte es nicht. Auch nicht an guter Laune.

Wie groß die Cosplay-Szene in der Region ist, zeigte sich an der Herkunft der Gäste. Neben Besuch aus Braunschweig und Hannover waren vor allem Verkleidete aus Goslar, Oker, Vienenburg, Bad Harburg und dem Rest des Landkreises mit dabei.

Kurze Anreise

Die wohl kürzeste Anreise hatte aber Janine Mengeler. „Ich wohne gleich da drüben“, erzählte die 26-Jährige und deutete auf ein Haus, das direkt am Innenhof der Vienenburg liegt. Sie war gemeinsam mit Denise Mengeler und Tina Vollmering gekommen, um am Cosplay-Wettbewerb teilzunehmen. Alle drei hatten sich für den Tag in Figuren aus der Manga- und Anime-Reihe „Trinity Blood“ verwandelt.

Tina Vollmering zeigt sich im Wettbewerb als „Mirka Fortuna“.

„Cosplay gibt uns die Gelegenheit, Kleidung zu tragen, die wir im Alltag nie anziehen könnten“, erklärte Tina. Aber es ist mehr als das: In anderen Rollen schlüpfen, für einen Moment das Leben eines fiktiven Charakters führen, mit dem man sich identifiziert – da liegt für die jungen Frauen der Reiz des Hobbys.

Cassandra Vollmering als Regenwolke.
Ein besonders passendes und ironischerweise besonders regenanfälliges Kostüm trug Cassandra Vollmering. Die Bad Harzburgerin war als Regenwolke unterwegs und machte mit ihrem ausladenden Kleid mit Stab und Kopfbedeckung, in die sogar batteriebetriebene Lichteffekte eingebaut sind, besonders Eindruck. Und weil die selbst gemachten Roben der 34-Jährigen so detailreich und imposant sind, stellte sie unter ihrem Künstlernamen „Kasan Cosplay Costumes“ gleich mehrere davon im Burgsaal aus. Daneben waren auch Kostüme von „Klette‘s Cosplay“ zu sehen. Außerdem im Burgsaal: eine Ausstellung von Marlene Richter, die Fotografien von Cosplayern in ihren Kostümen zeigt und nach einem Besuch der Leipziger Buchmesse entstand. „Dort geriet ich in die Manga-Halle und war überwältig von so viel Kreativität, Offenheit und Buntheit“, erinnerte sich Richter. So kam es dazu, dass sich die Frau vom Vienenburg-Team mit ihren Kollegen um weitere Mitorganisatoren und ein Rahmenprogramm kümmerte. Gemeinsam stellte das Team um viele Ehrenamtliche das „Castle of Costumes“ auf die Beine.

Zufrieden geben sich trotz des Wetter-Dämpfers alle. „Als Neulinge in dieser Szene freuen wir uns darüber, dass Menschen aus dem Ort gekommen sind. Es war ein erstes Wagnis, um zu sehen, ob auch hier Interesse am Thema besteht“, fasste Richter zusammen. „Eine Wiederholung können wir uns gut vorstellen, wenn alle dabei sind.“

Ausstellung bis Mittwoch

Ähnlich sah das auch Lucie Werner von der Nisa-Con, die ebenfalls an der Veranstaltungsorganisation beteiligt war. „Wir wollten uns in der Region vorstellen“, sagt die PR-Beauftragte, „und können uns gut vorstellen wiederzukommen.“

Die aufwendigen Kostüme von „Kasan Cosplay Costumes“ sind wie die Fotos von Marlene Richter noch bis einschließlich Mittwoch, 18 Uhr, im Burgsaal zu bewundern.

Mit an Bord waren außerdem der Verein Animexx, der Fotoklub Ilsenburg und die Deutsch-Japanische-Gesellschaft Region Braunschweig-Peine-Wolfsburg. Sie gehörten zum Rahmenprogramm mit Musik, Origami, Künstlern und vielem mehr.

Übrigens: Die Fotoausstellung von Marlene Richter und die Kostüme von „Kasan Cosplay Costumes“ sind noch heute und morgen von 10bis 18 Uhr im Burgsaal zu sehen.








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