Montag, 08.06.2020

Online-Escape-Room in Wernigerode ist einer der ersten seiner Art weltweit

Leserbrief

Wernigerode. Ein Team, eine Mission und 60 Minuten Zeit: Die Idee hinter einem „Escape Room“ ist simpel. Ziel des Spiels ist es, Aufgaben zu lösen, um in maximal einer Stunde aus einem oder mehreren Räumen zu flüchten.

Das Prinzip basiert auf Computerspielen, die, ebenso wie „Live Escape Games“ zum Adventure-Genre gehören. Spiele dieser Art haben immer eine Hintergrundstory. In Deutschland gibt es die Räume seit 2013: sowohl als Freizeitbeschäftigung, als auch zum Teambuilding. Der Hype ums Entkommen reißt dabei nicht ab. „Escape-game.org“ zufolge können deutschlandweit mittlerweile 564 Szenarien bei 240 Unternehmen in 94 Städten gespielt werden. Die Spiele wurden stetig weiterentwickelt. Während sich die erste Generation noch stark am ursprünglichen Prinzip der Browser Games orientierte, sind Technik und Ausstattung in Räumen der dritten Generation äußerst komplex: Filmreife Spezialeffekte und eine interaktive Story sind bei diesen Spielen keine Seltenheit.

Einer der ersten weltweit

Neben Geschick und Logik ist Teamwork der Schlüssel zur erfolgreichen Flucht. Dass die Spiele nur als Gruppenaktivität funktionieren, ist allerdings auch der Grund, aus dem viele Anbieter vor einigen Monaten schließen mussten.

Die Betreiber der Escape-Spiele haben auch auf die Corona-Pandemie schnell reagiert: Sie setzen stattdessen auf Online-Varianten. Der Fall Don Vito sei bereits im April in einer virtuellen Version verfügbar gewesen – als einer der ersten weltweit, erzählt Julia Ivancenco, Unternehmerin aus Wernigerode. Sie ist die Inhaberin von „Harz Escape“ und hat in der Rolle der Sekretärin das Online-Spiel der Jungen Szene begleitet.

Krise macht kreativ

Das Konzept hat überzeugt, ein wenig hat es allerdings trotzdem gebraucht, um mit dem Szenario warmzuwerden. „Anweisungen zu geben ist für die meisten zunächst ungewohnt – am Ende sind aber selbst erfahrene Spieler positiv überrascht“, fasst Julia Ivancenco das bisherige Feedback zum Online-Spiel zusammen. Gerade zu Beginn hätten den Raum auch viele andere Anbieter gespielt. Inspiration holen, Kontakte knüpfen – sie sei seitdem viel besser in der Escape Szene vernetzt, so die Unternehmerin. Zwar bietet „Harz Escape“ bereits seit Freitag, 29. Mai, wieder im realen Leben Spiele an – mindestens ein Raum wird jedoch weiterhin in der Online-Version verbleiben, verspricht Ivancenco. Aus ihrer Sicht bietet die virtuelle Variante auch bei Normalbetrieb Vorteile: Spieler aus der ganzen Welt könnten so unabhängig vom Ort gemeinsam Rätsel lösen. Ihre letzten Räume etwa habe sie auf Malta und in Portugal gespielt - bequem von zu Hause aus, berichtet Ivancenco. Davon abgesehen gefalle es ihr ohnehin besser, ein Online-Spiel zu betreuen. „Dann fühle ich mich eher als Teil des Teams“, verrät Ivancenco.

Von Holly Hildebrand









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