Donnerstag, 20.06.2019

Nützliche Helfer am heimischen Herd

Welche Gerätschaften gehören unbedingt in eine gut sortierte Küche? Diese Frage wird gern mit irgendwelchen „Best-of-Listen“ der 20, 30, 50 wichtigsten Küchengeräte beantwortet. Gern versehen mit irgendwelchen Markenverzeichnissen und Händlerlisten, dass man sich fragt, will der Autor seine Erfahrungen mit dem Leser teilen oder bekommt er Prozente für seine Empfehlungen?

Was in einer Küche wirklich wichtig ist, lässt sich nur individuell beantworten und hängt natürlich auch von den kulinarischen Ambitionen des Küchennutzers und den „zu stopfenden Mäulern“ ab. Wer nur für zwei Personen kocht, wird sich kochtopfmäßig anders aufstellen als der, der gern einen Freundeskreis bekocht oder eine große Familie zu versorgen hat. Aber ein paar grundlegende Sachen gelten schon für alle.

Meine Hitliste

Hier meine persönliche Liste: Bei der Auswahl der Töpfe ist Edelstahl eine gute Wahl, pflegeleicht und hart im Nehmen. Ihre Auswahl hängt auch von der Herdart ab, sie sollten aber immer einen dicken, schweren Boden haben. Zur Grundausstattung gehört bei mir ein großer Topf von etwa fünf bis sechs Liter Fassungsvermögen für Nudeln, ordentliche Eintöpfe, die auf Vorrat gekocht werden, zum Sieden größerer Fleischstücke oder ganzer Hühner. Mittelgroße Töpfe, zwei Kasserollen und eine Sauteuse haben ebenfalls Platz in meinem Schrank und natürlich ein großer Bräter aus Gusseisen, in Frankreich Cocotte genannt. Der hält nicht nur wunderbar die Temperatur, er kann auch stundenlang im Ofen stehen und liefert beste Ergebnisse beim Schmoren.

Bei den Pfannen ist ebenfalls Edelstahl angesagt, aber mit hitzebeständigem Griff, damit man sie auch mal in den Ofen stellen kann. Eine Pfanne ist antihaftbeschichtet, für Spiegeleier, Fisch und andere empfindliche Sachen. Solch eine Pfanne hält allerdings nicht ewig, die Beschichtung unterliegt einem gewissen Verschleiß. Als kleinen Luxus gibt es bei mir noch eine alte geschmiedete Pfanne. Schon meine Oma wusste, dass darin die knusprigsten Bratkartoffeln der Welt gelingen. Das Teil sollte man niemals mit Reinigungsmittel behandeln und gern der nächsten Generation weitervererben. Schwarz und gut eingebrannt werden ihre Brateigenschaften nur besser.

Einige solide und nicht zu kleine Holzbretter für Schnippelarbeiten aller Art ziehe ich den sicher hygienischeren Plastikbrettern vor. Harte Schneidunterlagen, zum Beispiel aus Glas, kommen mir nicht in die Küche. Ich möchte mir ja nicht meine Messer ruinieren.

Womit wir beim Thema Küchenmesser sind. Das ist ein weites Feld, dem ich mich mal später in einem eigenen Kulinarium widmen werde. Aber generell gehören in jede Küche ein ordentliches Kochmesser mit etwa 20 Zentimeter langer Klinge und ein kleines sogenanntes Office-Messer. An der Qualität sollte man wirklich nicht sparen, so hat man lange Freude an ihnen. Neben der Qualität zählen dabei die regelmäßige Pflege und das Nachschärfen. Stumpfe, schartige Messer sind ein Gräuel bei der Arbeit und eine viel größere Gefahrenquelle als scharfe. Also gehört ein Wetzstahl beziehungsweise für japanische Messer ein Schleifstein in jede Küche.

Als großer Fan von feinem Kartoffelpüree habe ich eine Kartoffelpresse im Schrank. Denn einen Pürierstab, der natürlich als Allzweckwaffe bei mir stets griffbereit liegt, benutze ich für Kartoffeln niemals, sonst wird der Kartoffelbrei schnell zu Kleister. Solch ein Püriergerät, von einem Schweizer Hersteller schon seit Jahrzehnten als „Zauberstab“ verkauft, zerkleinert schnell mal etwas, schäumt Suppen und Saucen auf, hilft bei Klümpchen in der Flüssigkeit.

Als Freund möglichst frischer Gewürze steht bei mir ein Steinmörser – groß und schwer – parat. Er bietet genügend Platz, um auch mal ein Pesto darin zu verreiben. Eine große, etwa 30 Zentimeter lange Pinzette ist nicht zum Anrichten von „Kunst auf dem Teller“ gedacht, sondern eine sehr praktische Verlängerung meiner Finger, um in heiße Pfannen zu fassen oder mal schnell ein Gürkchen aus dem Glas zu angeln.

Vorsicht vor zu vielen Elektrogeräten. Ein Mixer und ein Rührgerät sind immer nützlich. Bei Eisbereitern bis hin zum Brotbackautomaten ist die Freude, wenn man nicht ein Fan der darin zubereiteten Speisen ist, meist nur kurz. Dann stehen die Geräte rum und nehmen nur Platz weg. Und über den Thermomix sag ich nix – auch, wenn es zornige Leserbriefe hagelt, so ein Teil kränkt meine Ehre als Hobbykoch.

Schnell zur Hand

Zum Schluss das wichtigste Küchenutensil – Pflaster. Denn egal, ob ambitionierter Hobbykoch, versierte Hausfrau oder uninspirierter Fertiggericht-Aufwärmer – jeder, wirklich jeder, schneidet sich mal. Und dann sollte ein Verband schnell zur Hand sein. Sonst ist die Sauerei in der Küche noch größer als sie eh schon ist. Schreiben Sie dem Autor unter michael.horn(at)goslarsche-zeitung.de.