Freitag, 03.01.2020

Noch ein Teenager mit Superkräften?

Leserbrief

Wahrscheinlich hat jeder schonmal davon geträumt, Superkräfte zu besitzen. Für den amerikansichen Teenager Mark Grayson wird dieser Traum wahr. Über Nacht entdeckt er, dass er fliegen kann und unglaublich stark ist. Eine Überraschung ist das für Mark, der sein Taschengeld in einem Fastfood-Restaurant aufbessert, allerdings nicht.

Beim Müllrausbringen entdeckt Mark seine Superkräfte. Fotos: Cross-Cult-Verlag
Sein Vater Nolan Grayson hat ihn in einem Gespräch darauf vorbereitet. Er schreibt Romane, ist der Superheld Omni-Man und stammt von dem Planeten Viltrum, dessen Bewohner es sich zur Aufgabe gemacht haben, Zivilisationen auf anderen Planeten zu beschützen und bei ihrer Weiterentwicklung zu unterstützen. So weit so gut.

Dass Mark einen Helden-Namen braucht ist klar. Eine kleine Auseinandersetzung mit einem Mitschüler und der daraus resultierenden unausweichlichen Standpauke des Rektors hilft ihm bei der Entscheidung: Er nennt sich Invincible – der Unbesiegbare. Während Invincible seine ersten Abenteuer als Superheld besteht und in einem Teenager-Superhelden-Team mitarbeitetet, stößt er auf Hinweise, dass an der Geschichte seines Vater etwas nicht stimmt.

Auf den ersten Blick ist der Plot von „Invincible“ sehr klassisch: Teenager entwickelt Superkräfte, wird deshalb Superheld und beschützt die Erde mit Gleichgesinnten vor allerlei Bedrohungen. Auf den zweiten Blick ist da allerdings wesentlich mehr. Die Erschaffer der Serie, Robert Kirkman und Cory Walker, ziehen zum Beispiel mit vielen deutlichen Anspielungen die Marvel- und DC-Helden durch den Kakao. Ungewöhnlich und mit einigen Gags gespickt ist auch die Konzentration auf Marks Privatleben – ein erfrischendes Plot-Merkmal. Denn Superhelden, die noch zur Schule gehen müssen, haben nicht nur mit Bösewichten und Weltraum-Monstern zu kämpfen, sondern auch mit Hausaufgaben, Klassenarbeiten und Übermüdung durch nächtliche Ausflüge. Das ist sicherlich keine Erfindung Kirkmans, aber in „Invincible“ funktioniert es sehr gut. Auch ironische Selbstkritik an der eigenen Branche ist witzig in die unterhaltsamen Episoden eingewoben. Cross-Cults Entscheidung die „Invincible“-Reihe als Sammelbände anzulegen ist sehr leserfreundlich – es verkürzt die Wartezeit und verlängert das Lesevergnügen.

„Invincible“ Band 1 von Robert Kirkman und Cory Walker, 352 Seiten, ab 16 Jahren, Cross-Cult-Verlag, 30 Euro.









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