Dienstag, 09.01.2018

Nicht alle Kritiker sind kurdischstämmig

Leserbrief
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Barbara Ehrt, Goslar, zu den Artikeln über den Besuch des türkischen Außenministers Mevlüt Cavusoglu in Goslar (GZ vom 8. Januar 2018/Eingang: 8. Januar 2018)

 

Laut Polizei seien die Kritiker des türkischen Außenministers auf der Kaiserpfalzwiese kurdischstämmig gewesen. Hat man das sehen können, oder wurden sie überprüft? Auf der Kaiserpfalzwiese sah ich zwei demonstrierende Gruppen stehen, und da ich als Autorin tiefes Mitleid mit den inhaftierten Journalisten der kritischen türkischen Medien empfinde, gesellte ich mich zu dem Transparent: „Freiheit für die politischen Gefangenen in der Türkei“.

Dort befanden sich auch mehrere Deutsche, mit denen ich ins Gespräch kam, laut GZ standen wir jedoch bei protestierenden Kurden. Auch gut, kämpfen doch kurdische Männer und Frauen im schmutzigen Syrien-Krieg gegen den ISS. In der GZ erfahren wir dann, dass der türkische Minister vor der gefährlichen Kurdenpartei PKK warnt, die ja auch in Deutschland verboten ist. Punkt. Das legt dem Leser nahe, dass es gefährliche Leute sein müssen, die da vor der Kaiserpfalz stehen. Über die rote Halbmond-Fahnen schwingenden Demonstranten erfahren wir nur Gutes: Sie bereiten ihrem Minister herzlichen Empfang, der herzte deren Kinder, führte familiäre Gespräche mit dem Amtskollegen, liebkoste auch dessen Kinderchen. Also ganz harmlose Menschen.

Ob es sich bei diesen Demonstranten um Angehörige der nationalistischen Rechten handelt, die mit Erdogan die Türkei in den demokratischen Bankrott führen, erfahren wir nicht. Eine klassisch tendenziöse Berichterstattung in Bild-Manier! (Nebenbei bemerkt: Muss ich nach der Veröffentlichung Angst vor einem Türkei-Besuch haben?)

Anmerkung der Redaktion: Über die im Leserbrief kritisierten Punkte hat die GZ sehr wohl berichtet, was der Verfasserin möglicherweise entgangen ist.




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