Freitag, 07.08.2020

Nicht alle Jugendorganisationen reiten auf der gleichen Welle

Leserbrief

„Für uns ist eindeutig, dass wir die Senkung des Wahlalters nicht weiter ausdehnen wollen“, stellt Sebastian Skorzinski, Kreisvorsitzender der Jungen Union Goslar, klar. So positioniere sich auch der Goslarer Kreisverband der CDU mit dem Vorsitzenden Ralph Bogisch. Viele 16-Jährige hätten nicht den Weitblick dafür, inwiefern Forderungen umgesetzt werden könnten und mit der Wirtschaft und Gesamtgesellschaft vereinbar seien. Sich an den Kommunalwahlen beteiligen zu dürfen, sei eine „gute Chance“, sich im „überschaubaren Rahmen“ an der Politik zu beteiligen, sagt Skorzinski.

Jan Schwede von den Jungen Liberalen (FDP).
Trotz seiner Kritik betont er, dass sich die CDU vor jungen Menschen nicht verschließen wolle: „Solange man gute Argumente hat, kann man immer diskutieren“, sagt der Vorsitzende. „Aber es bedarf mehr, als nur ein Kreuz zu machen.“

Jan Schwede, Vorsitzender der Jungen Liberalen in Goslar, hält dagegen: „Die Stimme der Jugend sollte endlich auch bei Wahlen erhört werden“, fordert er. „Zurzeit sehen wir eine stärkere Politisierung der Jugend. Wir sollten es ermöglichen, dass sich dies nicht nur bei Demonstrationen auf der Straße, sondern auch in unseren Parlamenten widerspiegelt“, betont Schwede.

Sebastian Skorzinski von der Jungen Union (CDU).
Neben der Senkung des Wahlrechts auf 16 Jahre fordern die Jungen Liberalen die Einführung von Jugendparlamenten, die die Interessen Jugendlicher vertreten. Zudem spricht sich Schwede für eine Umstrukturierung des Politikunterrichts in Schulen aus: „Dieser soll neben der Theorie auch Praxis, wie Gespräche mit unterschiedlichen Interessenverbänden und die Abwägung von Interessen, beinhalten.“

Kilian Grabow, stellvertretender Vorsitzender der Jusos, freut sich über die Forderung der SPD. „Durch den demografischen Wandel verlagern sich wichtige politische Entscheidungen immer mehr auf ältere Menschen in unserer Bevölkerung. Daher ist die Senkung des Wahlalters eine logische und längst nötige Reaktion für die Demokratie“, unterstreicht er.

Die Kritik, dass 16-Jährige für Wahlen noch nicht reif genug seien, weist er klar ab: „Durch Schulbildung und das Internet sind junge Menschen wahrscheinlich sogar besser in der Lage, sich eine politische Meinung zu bilden, als ältere“, behauptet er. Dass die Politik gegenüber jungen Menschen zunehmend unter Druck gerät, hält Grabow für sehr wichtig.









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