Dienstag, 04.09.2018

Mehrzweckhalle nicht zu klein planen

Leserbrief
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Eckhard Weiß, Goslar, zum Artikel „Pfalzquartier: Große Mehrheit für die kleine Halle“ (GZ vom 24. August 2018)

Endlich scheinen die Planungen zum Kaiserpfalzquartier in die richtige Richtung zu gehen. Eine Mehrzweckhalle kann für die nächsten 80 bis 100 Jahre kultureller Mittelpunkt der Stadt mit Konzerten, Theater, Tagungen, Kongressen, usw., werden. Den Planungswandel haben wir allerdings dem Investor Tessner zu verdanken. Oberbürgermeister und Rat hielten sich trotz städtebaulicher Zuständigkeit zurück und stimmten den ursprünglichen Museumsplanungen bedenkenlos zu. Den Bau einer Mehrzweckhalle hatten sie nicht als vorrangig erachtet. Das Planungsbüro lehnte sogar eine Mehrzweckhalle wegen fehlender Ausstrahlung, klotziger Bauweise ab. Die endgültige Ausplanung der Mehrzweckhalle wird jedoch zeigen, dass eine ebenso gute Einbindung in das Pfalzquartier möglich ist wie beim ursprünglich geplanten Museumsbau.

Die Anforderungen zum Hallenbau nun aufgrund der Kassenlage der Stadt festzulegen, ist ein kleinmütiger Ansatz. 500 Sitzplätze bei einfachem Ausbaustandard sind die Vorgabe der Stadt für die weitere Planung. Bei größerem Platzbedarf sollen Foyer oder Stehplatzausführung herhalten. Der Bedeutung Goslars als Weltkulturerbestadt sowie der Berücksichtigung zukünftiger Entwicklungen wird man damit nicht gerecht. Mit 500 Sitzplätzen versinkt die Mehrzweckhalle in ein Mittelfeld zwischen Gaststätte Lindenhof und Hotel Achtermann. Man erreicht noch nicht einmal die Kapazität des Odeon-Theaters von 800 Sitzplätzen, die für eine zukunftssichere Gestaltung Mindestanforderung sein sollte. Ich sehe dies als Armutsbekenntnis beziehungsweise fehlendes Vertrauen in die Entwicklungsfähigkeit unserer Stadt. Hatte man nicht im Vorfeld ganz offiziell noch von Kulturhauptstadt, Energiehauptstadt, zwei Millionen Besuchern, usw. getönt? „Wenn Geld fehlt, legen wir selbst es obendrauf, weil wir es können“ sagte der Oberbürgermeister unter anderem, hier kann er es beweisen. Und er sollte es beweisen, denn bisherige Kostenermittlungen der Stadt Goslar taugen meist nur für den Papierkorb.








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