Mittwoch, 16.01.2019

Mathe kann Spaß machen

Leserbrief

Goslar. Wie ging nochmal der Satz des Pythagoras? Und wie berechne ich eigentlich die Steigung einer Kurve? Oft werden Schüler im Matheunterricht von diesen Fragen geradezu in den Wahnsinn getrieben. Manchmal sind sie so verloren im Zahlen-Dschungel, dass auch der Blick ins Mathebuch nicht weiterhilft.

An dieser Stelle setzt die Wanderausstellung des Mathematikums in Gießen an, die zurzeit in den Berufsbildenden Schulen (BBS) Am Stadtgarten zu Gast ist. Unter dem Motto „Mathematik zum Anfassen“ erkunden Schüler anhand von rund 30 Exponaten mathematische und physikalische Phänomene.

Lehrerin Cindy Schlüter, die die Ausstellung mitorganisiert hat, erklärt, dass die Versuche an den Schulunterricht anknüpfen. Was die Jugendliche dort gelernt haben, können sie bei den Versuchen vertiefen. Die Exponate richten sich hauptsächlich an Schüler der 9. bis 13. Klassen.

Mathematikum in der BBS

Die ersten, die sich mit den Exponaten auseinandersetzen, sind Elft- und Zwölftklässler der Goslarer BBS. Am Anfang noch etwas unkoordiniert, finden sie sich in Teams aufgeteilt bei den Stationen ein und legen gleich los. „Man kann etwas lernen, ohne vorher etwas wissen zu müssen“, sagt die 18-jährige Natascha Scholz. Ihr gefällt, dass beim Mathematikum die Praxis und nicht die Theorie im Vordergrund steht. „Wir können alles selbst ausprobieren“, sagt die gleichaltrige Lisa-Marie Merkler und fängt an zu puzzeln. Die Zwölftklässler leiten mithilfe von Dreiecken und Quadraten den Satz des Pythagoras her.

Einige Herausforderungen

Jasna Neuenfeldt und Sandra Rieke erkunden währenddessen an einer anderen Station das sogenannte Problem des Handlungsreisenden. Vor ihnen liegt eine Deutschlandkarte aus Holz, auf der die 16 Landeshauptstädte markiert sind. Die Schülerinnen müssen die kürzeste Route finden, die alle Städte miteinander verbindet und mit einer Schnur nachgelegt werden soll. Aber: „Irgendwie ist das nicht so leicht. Das Band ist zu kurz“, sagen die beiden verzweifelt. Sandra wirft ein, dass sie auch bei anderen Stationen bereits „herausgefordert“ wurden. Die Schülerinnen finden das Mathematikum besser als den normalen Unterricht. Bei den Exponaten werde die Logik geschult. „Das ist zum Beispiel gut für Einstellungstests“, meint die 18-jährige Sandra.

Mathematikum in der BBS

Das Exponat, das bei den Schülern besonders gut ankommt, heißt „Ich bin eine Funktion“. Dabei bewegen sich die Schüler auf einer vier Meter langen Strecke vor und zurück. Ihre Positionen werden von einer Fotozelle erfasst und auf einen Bildschirm übertragen, auf dem eine Kurve abgebildet ist. Jetzt müssen die Jugendlichen mit ihren Bewegungen die Funktion nachahmen. So beschäftigen sie sich spielerisch mit dem Verlauf des Graphen. BBS-Schulleiterin Anke Thumann sagt: „Da bekommt man ein körperliches Gefühl für Mathe.“

Mathematikum in der BBS

Noch bis Ende kommender Woche ist die Wanderausstellung des Mathematikums in der BBS geöffnet. An den Vormittagen sind Schüler anderer Schulen eingeladen. Dienstag- und Mittwochnachmittag, jeweils von 13 bis 15 Uhr, können alle Interessierten ohne Anmeldung die Ausstellung besuchen. Der Eintritt ist frei.









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