Montag, 06.01.2020

Lotte kommt dem Glück immer näher

Leserbrief

Der Song „Auf das, was da noch kommt“ von Lotte und Max Giesinger wird zurzeit im Radio rauf und runtergespielt. Auch wenn die Singer-Songwriterin schon etwas länger im Musikgeschäft ist, ist ihr mit diesem Duett der Durchbruch gelungen. Seit neuestem wohnt die Schwäbin in Berlin-Prenzlauer Berg. Das ist aber auch schon das einzige Klischee, das die 24-Jährige, deren zweites einfühlsam-flottes Gitarrenpop-Album „Glück“ heißt, bereitwillig bedient.

Lotte, Du kommst aus Ravensburg und hast in Innsbruck ein Philosophiestudium angefangen. Wie bist Du in die Musikbranche geraten?

Von der Philosophiestudentin zur Popsängerin: An der Uni hat es Lotte nicht so gut gefallen, daher hat sie sich beim Förderprogramm der Popakademie beworben. Innerhalb von drei Tagen hat die gebürtige Schwäbin ihren Plattenvertrag erhalten. Fotos: Christoph Köstlin
Och, so wie meistens in meinem Leben: ohne großen Plan. Ich habe als Kind schon mehrere Instrumente gespielt, in Bands gesungen und Songs geschrieben. Als ich an der Uni merkte, das ist nicht so ganz das Wahre, habe ich mich in Mannheim beim Bandpool, dem Förderprogramm an der Popakademie, beworben. Ich habe dort vorgespielt, wurde genommen und hatte innerhalb von drei Tagen meinen Plattenvertrag.

Hast Du dich gewundert, warum das so leicht ging?

Ja, total. Ich hatte wohl einfach ein bisschen Glück mit dem Timing. Zu der Zeit, vor vier Jahren, gab es in Deutschland einen extremen Männerüberschuss in der Popmusik, Andreas Bourani, Tim Bendzko, Max Giesinger und wie sie alle heißen. Frauen waren und sind ja immer noch unterrepräsentiert. Da kam ich also genau richtig. Dabei wollte ich ja Ärztin werden, so wie meine Mama. Aber irgendwie fehlte mir da das Wilde und Abenteuerliche.

Max Giesinger, der inzwischen ein sehr guter Freund von dir ist, nahm Dich dann gleich mit auf Tour. War das wild genug?

Das war ein wilder Sprung ins kalte, tiefe Wasser. Bei den ersten Konzerten fand ich es noch etwas unnatürlich, auf der Bühne zu stehen. Inzwischen liebe ich es, mitzukriegen, was meine Musik mit den Leuten macht.

Dein zweites Album heißt „Glück“. Hast Du deins gefunden?

Hin und wieder ja. Man findet es kurz, aber dann passiert wieder irgendwas. So auf Dauer in der Balance zu bleiben, das ist schwer. Ich achte vor allem darauf, mehr im Moment zu sein und zu genießen, was ich habe. Ich glaube, so komme ich dem Glück immer näher.

Die Lieder selbst sind ja auch eher glücklich, zumindest voller Hoffnung und Zuversicht. Daher der Titel?

Als ich das Album schrieb, war ich auf der großen Suche nach dem Glück, deshalb habe ich es einfach so genannt. Die Songs sind musikalisch bunter als auf meinem ersten Album, das rein analog und organisch war. Ich wollte mit Synthies arbeiten, mit Elektronik experimentieren, insgesamt klingt es poppiger.

Und optimistischer? Immerhin singst Du in „Auf das, was da noch kommt“, deinem Duett-Hit mit Max Giesinger, „Wenn ich an Morgen denk’, kann ich kaum erwarten, dass es beginnt“.

Ich schreibe gerne melancholische Stücke wie „Zu jung“, in dem es um meine erste Liebe geht. Aber ich wollte der Untergangsstimmung da draußen bewusst etwas entgegensetzen, das nach vorne schaut und sagt „Hey, das Leben ist schön“.

Die Singer-Songwriterin Lotte tritt am Sonntag, 23. Februar, im Hannoveraner Capitol auf. Karten gibt‘s für 30,55 Euro in den Geschäftsstellen der GZ und unter www.ticketshop-harz.de.









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