Dienstag, 13.03.2018

Lebensnahe Denkanstöße

Leserbrief
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Dr. Joachim Kreutzkam, Bad Harzburg, zu den Artikeln „Trauer um Kardinal Lehmann“ und „Kardinal mit Leib und Seele“ (GZ vom 12. März 2018/Eingang 12. März 2018) (Erinnerungen eines ehemaligen Zimmernachbarn in Rom)

Ich begegnete Karl Lehmann zum ersten Mal im Jahr 1957 in Rom. Wir gehörten beide zum neuen Studien-Jahrgang im von Jesuiten geleiteten Collegium Germanicum. Drei Jahre später sollten sich unsere privaten und beruflichen Wege jedoch wieder trennen. Der Kontakt blieb.

Ich verdanke Karl Lehmann vor allem seine lebensnahen existenzphilosophischen Denkanstöße, die weit über die – gerade in Rom leidvoll erlebbaren – Grenzen kirchlichen Lebens hinauswiesen.

Karl Lehmann hätte es wahrlich verdient gehabt, seine vielseitigen Erfahrungen und Einsichten über das gestörte Verhältnis zwischen den Religionen und Theologien einerseits und den Wissenschaften und Technologien andererseits mit einer international zusammengesetzten und intellektuell schlagkräftigen Administration umzusetzen. Mit einer Art Max-Planck-Gesellschaft für eine gerechte und friedvolle Förderung globaler Lebensbedingungen und Lebenschancen für alle Menschen.

Ich weiß, dass Karl Lehmann solche „revolutionären“ Gedanken des Öfteren umtrieben. In einem seiner Bischofsbriefe (1991) heißt es lapidar und fordernd: „Wir müssen geistig offensiver werden und dürfen uns nicht ständig in die Defensive und ins Abseits drängen lassen.“ Sein intellektuell außergewöhnlicher und religiös tief verwurzelter Glaube an die Menschheit äußerte sich auch in seiner frühen (1983) These: „Die Überwindung der eigenen nackten Interessen und das Teilen der Lebenschancen sind der Preis des Friedens.“ Eine uralte und gerade in diesen Tagen sehr moderne These, wie mir scheint! (Zit. nach FAZ online 11.03.2018)







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