Mittwoch, 03.06.2020

Kräuter finden überall einen Platz

Der Juni ist nicht nur der Rosenmonat, sondern auch der Monat der Kräuter. Vormittags, nach einigen sonnig-trockenen Tagen, ist der beste Erntezeitpunkt. Der Morgentau ist verdunstet, und die ätherischen Öle verdampfen noch nicht in der Mittagshitze.

Kräuter aller Art finden Verwendung zum Würzen, für Tees oder Heilmittel. Die meisten von ihnen sind zufrieden mit einem Platz im Topf. Sie lassen sich am Fenster, auf dem Balkon und im Gartenbeet gleichermaßen gut kultivieren. Und ein Magnet für Bienen und andere Insekten sind sie auch. Töpfe haben im Übrigen den Vorteil, dass man sie schnell einräumen kann, wenn im späten Frühling Nachtfröste drohen.

Kalk für Kräuter

Besonders die mediterranen Kräuter schätzen kargen, gut durchlässigen Boden, der ruhig auch etwas kalkhaltig sein kann. Deshalb bekommen diese Pflanzen, die auf meinem Kräuterbeet oder im Topf wachsen, im Frühling immer ein wenig Algenkalk. Der ist im Fachhandel erhältlich, die richtige Dosierung steht auf der Packung.

Geerntet wird zwar am besten vor der Blüte, aber diesen Zeitpunkt verpasse ich auch schon mal. Das ist nicht weiter schlimm, weil gerade für Teemischungen Blüten mit genutzt werden können. Auch vom Schnittlauch oder vom Bärlauch können die Blüten mitgegessen werden. Bärlauchblüten sind richtig schön scharf, Schnittlauchblüten sehen besonders im Salat hübsch aus. Nur die Schnittlauchhalme, auf denen Knospen oder Blüten sitzen, werden ungenießbar hart.

Waldmeister sollte nur vor der Blüte verwendet werden. Während der Blüte werden auch bei dieser Pflanze die Stängel und Blätter hart. Früher hieß es, dass der Cumarin-Gehalt in der Pflanze steigt, sobald sie blüht. Das haben neuere Untersuchungen nicht bestätigt. Dennoch ist Cumarin laut der Internetseite www.lebensmittelklarheit.de ein Stoff, der in hoher Dosis Leberfunktionsstörungen auslösen kann. Auch Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit werden auf diversen Internetseiten als negative Wirkung von Cumarin angeführt.

Meine Pflanzen

Eigene Erfahrungen habe ich mit den folgenden Kräutern gesammelt. Wenn nicht anders angegeben, brauchen sie eher kargen Boden.

Schnittlauch ist unproblematisch, er gedeiht am besten in nährstoffreicher Erde und im Halbschatten. Bei anhaltender Trockenheit bekommt er alle paar Tage einen kräftigen Schluck aus der Gießkanne. Nach drei bis vier Jahren sollte er geteilt und an anderer Stelle neu eingepflanzt werden.

Petersilie wächst am besten in etwas reichhaltigerer Erde. Das zweijährige Kraut hole ich mir aus dem Supermarkt im Topf und pflanze es aus. Denn aus Samen lässt es sich nicht so einfach ziehen.

Sauerampfer muss man nicht im Garten haben, aber ich liebe im Frühling die leicht sauren Blätter in Salaten. Auch er möchte nähstoffreichen Boden.

Blutampfer ist mit Sauerampfer verwandt, braucht nährstoffreiche Erde, schmeckt nicht so säuerlich und ist im Frühling eine vitaminreiche Salatbeigabe.

Ysop eignet sich gut für eine Teemischung. Die mediterrane Pflanze wird als Gewürz und Heilpflanze (gegen Husten) seit dem 16. Jahrhundert kultiviert.

Rosmarin verströmt einen intensiven Duft, wenn die nadelförmigen Blätter berührt werden. Seine Blüten sind ein wahrer Magnet für Bienen und Hummeln. Rosmarin ist nicht nur ein bekanntes Gewürz, sondern wirkt als Heilkraut gegen vielerlei Leiden.

Griechischer Salbei und Echter Salbei sind beide als intensives Gewürz in der mediterranen Küche beliebt, werden aber auch in der Volksmedizin gegen Erkältungen genutzt.

Currykraut passt gut zu Suppen, Wok- und Asia-Gerichten. Überdies sind auch die gelben Blüten essbar. Es sollte sparsam dosiert werden. Im Harzer Klima ist es auf einem warmen, sonnigen und windgeschützten Beet bedingt winterhart. Am besten aufgehoben ist es im Kübel.

Oliven-Kraut besitzt ein angenehm würziges Aroma, das an eingelegte Oliven erinnert. Kurz mitgegrillt verfeinert es den Geschmack von Fisch und Fleisch. Das mediterrane Kraut ist winterhart.

Oregano ist eine alte Gewürz- und Heilpflanze. Sie ziert mit ihren hübschen Lippenblüten sonnige Staudenbeete oder den Steingarten. Es ist winterhart.

Majoran gelangte im 16. Jahrhundert in die Gebiete nördlich der Alpen. Er stammt wie sein Verwandter, der Oregano, aus dem Mittelmeerraum und ist winterhart.

Thymian, gemeint ist der Quendel oder Echte Thymian, ist seit dem Mittelalter fester Bestandteil von Klostergärten und heute kaum mehr zu entbehren. Auch er stammt aus dem Mittelmeerraum und ist winterhart.

Basilikum wird meist für „Insalata caprese“ (Mozzarella mit Tomaten und Basilikum) benutzt. Das einjährige, mediterrane Kraut liebt Wärme und einen nährstoffreichen Boden. Ich pflanze es meist direkt zu den Tomaten in die Kübel.

Weinraute wurde früher, wie es der Name schon vermuten lässt, zur Aromatisierung minderwertigen Weins benutzt. Heute dient es zum Würzen von Fisch, Fleisch und Salat. Aber Vorsicht – zu viel davon kann giftig sein.

Zitronen-Verbene stammt aus Südamerika und wächst bei uns am besten im Topf. Die Blätter sind besonders als Teeaufguss beliebt. Ihr starker Zitronenduft vertreibt Mücken.

Pfefferminze und Marokkanische Minze möchten nährstoffreiche Erde, die nie austrocknet. Ich verwende sie für Tee und speziell die Marokkanische Minze für Cocktails.

Lavendel kann zwar auch in der Küche zum Würzen verwendet werden. Ich benutze es jedoch nur für „Mottensäckchen“ und Potpourris.

Kapuzinerkresse ist beliebt bei Blattläusen, leider. Manche Gärtner pflanzen sie bewusst ins Gemüsebeet, um die Insekten von den Nutzpflanzen wegzulocken. Ich bin aber immer froh, wenn meine Pflanzen unbehelligt bleiben, denn ihre Blätter bringen feine Schärfe in den Salat, Blüten schmücken ihn ungemein, und die Knospen lassen sich wie Kapern benutzen.

Borretsch hat sternförmige blaue Blüten, die anziehend auf Insekten wirken und sich als Salatdekoration eignen. Die jungen Blätter schmecken frisch nach Gurke. Das Kraut wächst auf fast jedem Boden.

Lorbeer wächst am besten im Kübel, denn winterhart ist er nicht. Seine Blätter schmecken frisch sehr intensiv.

Liebstöckel möchte nährstoffreichen, durchlässigen Boden und zieht über Winter ein. Im Frühling beim Neuaustrieb lassen sich die jungen, zarten Blätter und Stängel ernten und für Suppengrün verwenden.