Montag, 20.01.2020

Kontrollverlust oder Modetrend?

Leserbrief

Goslar. „Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren“, lautet Karl Lagerfelds berühmtes Zitat. Aber nicht nur seitdem hat das Tragen der schlabberigen Beinbekleidung in der Öffentlichkeit einen schlechten Ruf. Das Jogginghosen-Verbot des Hannoverschen Privat-Gymnasiums hat viele Diskussionen in Gang gesetzt. Kleider machen Leute – Stimmt das wirklich? Die Junge Szene hat sich bei Schülern umgehört.

Seid Babic
Seid Babic, Elftklässler des Seesener Jacobson-Gymnasiums, erzählt, dass er regelmäßig Jogginghosen in der Schule trägt. „Sie sind bequem und ich bin nicht der Einzige in meinem Umfeld.“ Dieses Kleidungsstück zu verbieten, kann Seid nicht nachvollziehen: „Ich finde Dresscodes unnötig. Jeder sollte sich so anziehen dürfen, wie er es möchte.“

Seine Klassenkameradin Lisa Stebner zieht auch hin und wieder lockere Sporthosen zur Schule an. „Wenn man mal einen schlechten Tag hat, ist Komfort einfach wichtiger als Aussehen“, findet die 17-Jährige. Jedoch zeigt sie auch Mitgefühl für die Lehrer: „Ich kann verstehen, dass es auf Dauer den Eindruck erweckt, dass die Schüler keine Lust auf den Unterricht haben. Kleidung sagt schon viel aus.“ Einerseits könne man sich schon für sechs Stunden eine vernünftige Hose anziehen, andererseits sei die Outfitwahl jedem selbst überlassen. Lisa zweifelt an der Hosen-Regelung der Hannoverschen Schule: „Ich denke nicht, dass ein Dresscode die Arbeitseinstellung mancher Schüler verbessert.“

Levi Heinzelmann
Im Gegensatz dazu findet Levi Heinzelmann, die Regelung nicht schlecht. Er freue sich sogar, wenn an seiner Schule, dem Ratsgymnasium, ein Jogginghosen-Verbot eingeführt werden würde. Seiner Meinung wirken die schlabberigen Hosen im Unterricht „asozial“. Er selbst käme nicht auf die Idee, Schlabberhosen in der Schule zutragen. Zu Hause ist das für ihn was Anderes.

Finja Ziegenbein
Finja Ziegenbein trägt im Unterricht gerne Sportleggings. „Bei wichtigen Veranstaltungen finde ich Jogginghosen unseriös, aber an normalen Tagen ist das doch vollkommen okay“, meint die 17-Jährige. Beim Schreiben von mehrstündigen Klassenarbeiten sei es viel angenehmer, gemütliche Kleidung zu tragen. Im Hinblick auf das Jogginghosen-Verbot in Hannover verrät die Zwölftklässlerin: „Ich könnte mir vorstellen, dass meine Mitschüler gegen so eine Regelung protestieren würden und ich würde mich auch daran beteiligen.“ Das Hannoversche Privat-Gymnasium habe ihrer Meinung nach mit dem Verbot überreagiert.









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