Dienstag, 26.06.2018

Kimchi – Koreas kulinarische Köstlichkeit

Nach der Auftaktniederlage und dem Sieg gegen Schweden in wirklich allerletzter Sekunde ist unser nächster Fußballgegner Südkorea. Denke ich kulinarisch an Südkorea, denke ich an Kimchi, den fermentierten, meist recht scharfen Kohl, der bei keinem koreanischen Mahl fehlen darf. 2013 wurde Kimchi von der UNESCO in ihre „Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ aufgenommen. Na, wenn das nichts ist.

„Ewige Präsident“ 

Ich mag jedenfalls Kimchi. In meiner Zeit als Jungredakteur im Osten durfte ich das exotische Gemüse zum ersten Mal bei einem dienstlichen Termin in der – wohlgemerkt – nordkoreanischen Botschaft in Berlin kosten. Da hing in kreisch-bunten Farben noch der „Ewige Präsident“ Kim Il Sung an der Wand, der Großvater des heutigen Herrschers. Ich war schwer beeindruckt. Weniger von dem geschmacklosen Bild, als von dem schmackhaften, für mich völlig exotischem Essen. Dass die unterdrückten Landsleute des „geliebten Führers“ in der sich kommunistisch gebenden Heimat hungerten, während man mir voll Stolz in Berlin die Nationalspeise kredenzte, war zu DDR-Zeiten bezeichnenderweise kein Thema.

Leckere Beilage

Vor einigen Jahren entdeckte ich das leckere Gemüse wieder. Da war „Fräulein Kimchi“, die bayerisch-koreanische Köchin auf dem Streetfood-Markt in der Markthalle Neun in Kreuzberg eine gute Adresse. Heute bekommt man das scharfe Gemüse auch in Goslar als leckere Beilage.

Ob das recht gesunde Nationalgericht zur Grundversorgung der koreanischen Fußballmannschaft gehört, weiß ich natürlich nicht. Ich bin mir aber sicher, egal, was die Koreaner zur Stärkung ihrer Mannschaft auftischen, sie gelten in der Vorrundengruppe als der schwächste Gegner. Sagen zumindest meine Kollegen und die haben alle Ahnung – hoffe ich mal. Da müssten unsere Jungs schon mächtig schlafen oder arg was Falsches gegessen haben, wenn sie das Spiel vergeigen. Es geht schließlich um alles.