Freitag, 26.04.2019

Kein Bammel vor Brüssel und Europa

Leserbrief

Goslar/Göttingen. „Kein Bammelvor Brüssel, darum Bammel für Europa“ und „Schluss mit der Tschauderhaften Politik“ – das sind die Wahlkampfmottos, mit denen Hendrik Bammel und Sebastian Tschauder zur kommenden Europawahl für „Die PARTEI“ antreten.

Der 20-jährige Tschauder ist seit zwei Jahren Vorsitzender des Kreisverbands Goslar. Bammel, 21 Jahre alt, ist für die Öffentlichkeitsarbeit seiner Partei in Göttingen zuständig. Beide sind schon mehrere Jahre dabei.

Politik macht Spaß

Sebastian Tschauder. Foto: Privat
Als Vorsitzender sind Tschauders Hauptaufgaben einerseits die Repräsentation der „PARTEI in der Öffentlichkeit und andererseits die Organisation und Leitung von Veranstaltungen wie Infoständen oder dem monatlichen Stammtisch. „Das macht mir am meisten Spaß. Junge Menschen für Politik begeistern und ihnen zeigen, dass es Spaß machen kann, sich politisch für etwas zu engagieren. Das ist mir besonders wichtig“, betont Tschauder.

Bammel zum Beispiel investiert fünf bis sieben Stunden pro Woche in die Partei-Arbeit. Hierzu gehört für ihn der Besuch von bundesweiten Veranstaltungen. Außerdem schreibt er Beiträge und macht Fotos für die sozialen Medien. Da sich viele seiner Freunde ebenfalls politisch engagieren, ergeben sich auch so spontan Überschneidungen von Freizeit und Politik.

Wichtige Herausforderungen

Hendrik Bammel. Foto: Privat
Für den 21-Jährigen sind die wichtigsten Herausforderungen, denen sich die aktuelle Politik stellen muss, der Klimawandel, Rechtsextremismus und das anhaltende Flüchtlingsdrama auf dem Mittelmeer. Denn obwohl es sich bei „Die PARTEI“, die sich und ihre Positionen in der radikalen Mitte verortet, um eine Satirepartei handelt, sind sich Bammel und Tschauder einig, dass sie grade dieses Mittel nutzen können, um auch ernsthafte Probleme anzusprechen und so Politik zu machen.

Doch auch regionale Fragestellungen beschäftigen die beiden Jungpolitiker. Tschauder fordert zum Beispiel angesichts der angespannten Parksituation in der Goslarer Innenstadt bei Großveranstaltungen: „Schwarzparken muss bezahlbar bleiben“. Die Idee dahinter sei, Anwohnern in solchen Ausnahmesituationen das Sonderrecht einzuräumen auf sonst nicht gestattete Parkflächen auszuweichen – eben „schwarz zu parken“. Auch die strukturelle Entwicklung der Stadt sei wichtig. So könne man „irgendwas mit dem Odeon“ anstellen. Allein die Idee fehle noch.

Prognose: zwei Prozent

Der Abiturient möchte jedoch als Nächstes ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Rettungsdienst beginnen. Danach soll ein Studium folgen, vielleicht Rechtswissenschaften oder Psychologie. Für seine Partei möchte er sich auch hierbei weiterhin einsetzen. Während seines Vorsitzes habe der sich Kreisverband von 13 auf 90 Mitglieder vergrößert.

Für die Europawahlen schätzen Tschauder und Bammel das ihre Partei bei zwei Prozent landen werde, was immerhin zwei Abgeordnetenplätzen entspräche. Die Chancen selbst ins Europaparlament einzuziehen seien da derzeit gering für sie. Trotzdem können sich beide eine Karriere in der Politik gut vorstellen. ppo/blz








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