Mittwoch, 14.02.2018

Kaum Gewissensbisse beim Burgeressen

Leserbrief

Goslar. Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts ist der Anteil der Vegetarier in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen mit am höchsten. Das Marktforschungsinstitut „Skopos“ fand in einer anderen Studie heraus, dass der typische Veganer zwischen 20 und 30 Jahre alt ist.

Ausgewogene Ernährung

Aber wie sieht es mit den Jugendlichen in Goslar aus? Ernähren sie sich vegetarisch oder vielleicht sogar vegan? Oder ist der Trend noch nicht in die Kaiserstadt übergeschwappt? Die Junge Szene wollte in einer Umfrage herausfinden, was die Beweggründe der Jugendlichen sind, sich fleischfrei zu ernähren oder eben nicht auf Tiere als Nahrungsmittel zu verzichten.

Aragon Geile ist kein Vegetarier. Er betont aber sofort, dass er sich trotzdem gesund ernähre. Obst und Gemüse gehören für ihn zu einer ausgewogenen Ernährung dazu. Aber komplett auf Fleisch verzichten, das könne sich Aragon nicht vorstellen. Denn auch tierische Produkte gehören für den Langelsheimer zu einer ausgewogenen Ernährung dazu. „Manchmal freue ich mich richtig auf ein schönes Steak oder auch einen Burger“, erzählt Aragon. Ihm liege es aber am Herzen, dass die Tiere aus einer artgerechten Haltung kommen und nicht gequält werden. „Darauf achte ich auch immer beim Einkaufen“, berichtet der 17-Jährige.

Anders sieht es bei Simone Diendorf aus. Wie sie erklärt, macht sie sich lieber keine Gedanken darüber, woher das Fleisch auf ihrem Teller kommt. „Für mein Gewissen ist es besser, wenn ich das ignoriere“, sagt die 21-Jährige. In ihrem Alltag käme es öfter vor, dass sie unbewusst fleischfreie Tage einlege, aber grundsätzlich gehöre es zu ihrem täglichen Essen dazu. Am liebsten isst sie Schnitzel, und deswegen könne sie sich nicht vorstellen, für immer darauf zu verzichten.

Bei Jan Landsmann kommt seit zwei Jahren kein Fleisch mehr auf den Teller. Er habe schon länger mit dem Gedanken gespielt, vegetarisch zu leben und irgendwann wurde ihm klar, dass er Fleisch nicht brauche. „Ich kann keine Tiere mehr essen, weil ich weiß, dass sie leiden mussten“, erzählt der 18-Jährige. Er sieht sich selbst aber als nicht als Moralapostel, denn er möchte niemanden dazu überreden, sich auch vegetarisch zu ernähren. „Ich finde es nicht gut, wenn meine Freunde Fleisch essen, aber es ist ihre Sache. Es hat keinen Sinn, sie zu überzeugen“, sagt Jan. Er für seinen Teil hat komplett mit Fleisch abgeschlossen und deswegen vermisst er auch keine bestimmten Lebensmittel.

Trend in Großstädten

In Goslar gehen die Meinungen auseinander: von Jugendlichen, die sich keine Gedanken über ihren Fleischkonsum machen, über welche, die zwar Fleisch essen, denen aber artgerechte Haltung wichtig ist, bis zu strikten Vegetariern. Generell scheint es in Goslar mehr Jugendliche zu geben, die Fleisch essen. Es war nämlich ziemlich schwierig, Vegetarier zu finden.

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Wo und wie wachsen Goslars Weihnachtsgänse auf? Die GZ hat einen Landwirt besucht.








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