Freitag, 07.12.2018

Josefine Preuß im GZ-Interview: „Für unseren Film war der Harz perfekt“

Leserbrief

Schierke. Viele Jugendliche und junge Erwachsene kennen Schauspielerin Josefine Preuß aus ihren Paraderollen in den Serien „Schloss Einstein“ und „Türkisch für Anfänger“. Ihr kindliches Image in ihren Rollen hat die 32-Jährige längst abgelegt. Mittlerweile sieht man die Berlinerin in den unterschiedlichsten Rollen im Fernsehen und auf der Kinoleinwand.

Viele Jugendliche und junge Erwachsene kennen Schauspielerin Josefine Preuß aus ihren Paraderollen in den Serien „Schloss Einstein“ und „Türkisch für Anfänger“. Ihr kindliches Image in ihren Rollen hat die 32-Jährige längst abgelegt. Mittlerweile sieht man die Berlinerin in den unterschiedlichsten Rollen im Fernsehen und auf der Kinoleinwand.

Leon Urban – gespielt von Steve Windolf – versucht, Nicola Wagner das eigentümliche Verhalten der Dorfbewohner zu erklären. Ein Großteil der Szenen spielt im Harzort Schierke.

Ihr neuester Film „Schattengrund“ wurde überwiegend im Harz gedreht, in Schierke. Die Junge Szene hat Josefine zu ihrem Aufenthalt in unserer Region befragt. Im Interview geht es auch um ihre vielfältige Karriere und unter anderem um die Frage, ob sie Neujahrsvorsätze hat.

Auf Deinem Instagram-Profil finden sich viele Fotos von den Dreharbeiten zu „Schattengrund“. Dort verwendest Du den Hashtag #ohduschönerharz. Was genau findest Du am Harz schön?

Für unseren Film war der Harz perfekt. Die Vorlage spielt mit den Mythen. Der Harz lebt von seinen Hexengeschichten, von den Mythen, von den Energien im Winter, wenn diese wunderschöne Gebirgswälder-Landschaft zugeschneit ist, der Ton gedämpft ist, man den Schnee unter den Füßen knarzen hört. Es war einfach atmosphärisch. Der Harz wird immer ein bisschen vergessen, weil er so mittendrin ist. Man will entweder in den Norden ans Meer oder wenn in die Berge, dann gleich in den Süden. Der Harz ist ein kleines vergessenes Stück im schönen Deutschland. Auch die Städte Quedlinburg, Wernigerode mit ihren Fachwerkhäusern sind herzallerliebst.

War es Dein erster Besuch im Harz?

Tatsächlich ja, und umso mehr habe ich mir dort die ganze Packung gegeben. Ich bin auch auf den Brocken rauf mit der Brockenbahn, ich war viel unterwegs. Eine wirklich interessante Gegend. Ich müsste eigentlich noch einmal hin, um noch mehr und alles zu sehen.

Hattest Du neben den Dreharbeiten viel Zeit, den Harz zu erkunden?

Viel Zeit nicht, man ist ja zum Arbeiten da. Aber am Wochenende genügt auch ein Tag zum Ausruhen. Ich will immer die Zeit nutzen, wenn ich die Möglichkeit habe, einen Monat am Stück woanders zu verbringen. Ich fahre dann meistens nicht nach Hause, ich will keine Zeit im Auto oder Zug verlieren. Das nutze ich dann schon für mich, weil wann habe ich sonst die Möglichkeit und wann kommt man denn da hin? Der Harz war auf meiner Agenda nicht drauf.

„Schattengrund“ ist die Verfilmung eines Jugend-Thrillers. Welche Genres liest Du privat gern?

Das ist ganz unterschiedlich. Thriller und Krimis sind nicht so meins. Romane, Gegenwartsliteratur, sehr gern skandinavische Autoren, genauso japanische. Ich bin ein großer Murakami-Fan (Anm.d.Red. Haruki Murakami ist ein japanischer Autor).

Du hast viele Interviews gegeben und musstest sicherlich oft dieselben Fragen beantworten. Ist das auf Dauer nicht nervig?

Es ist eher so projektbezogen. Inhalte eines Filmes werden dann meist auch immer Inhalte eines Interviews. Ich weiß, zu einem Projekt werden mir die gleichen Fragen gestellt, aber es liegt dann an mir, nicht immer die gleichen Antworten zu geben. Sonst steht in jeder Zeitung das Gleiche. Es ist auch wichtig, nicht den Sinn von Antworten zu wechseln. Interviews nerven nicht, sie gehören dazu. Das weiß ich.

Wie bereitest Du Dich auf Interviews vor?

Da kann man sich nicht drauf vorbereiten. Mir ist bewusst, wenn ich so einen Film wie „Schattengrund“ mache, werden viele Fragen über das Thema Trauma gestellt. Viele Fragen drehen sich auch ums Erben, um zu versuchen, den Bogen in mein Privatleben zu ziehen. Es ist meist themenbezogen und darauf kann ich mich vorbereiten. Aber auf ein Interview an sich kannst du dich nie vorbereiten, weil ich die Fragen nicht vorab geschickt kriege. Das will ich aber auch nicht. Ich will spontan antworten.

Bist Du aufgeregt, wenn Du Interviews gibst?

Nein, nicht am Telefon. Aber wenn etwas drumherum ist, wie zum Beispiel eine Studioaufzeichnung, dann schon. Das ist auch nicht alltäglich. Ich fühle mich in Rollen vor der Kamera wohler, als wenn ich als Privatmensch da sitze und möglichst intelligent reden muss.

In den vergangenen 20 Jahren standest du in den verschiedensten Rollen vor der Kamera. Welche Rolle hat dich am meisten geprägt?

Oh, schöne Frage. Lieb habe ich alle. Zu seiner Zeit und auch noch länger hinaus geprägt und mein Türöffner für alles, was danach kam, war wirklich „Das Adlon“. Danach wurde ich anders wahrgenommen als Darstellerin. Mir hat man andere Sachen zugetraut, nicht nur Teeniekomödien und lustig sein. Auch „Sacher“ war wunderbar, „Die Pilgerin“ und „Die Hebamme“ sind Filme, die mit schönen Erinnerungen verbunden sind. Da sind schöne Geschichten, die ich bis jetzt so spielen durfte.

Mit welcher Figur, die Du gespielt hast, konntest Du Dich am meisten identifizieren?

Ich identifiziere mich mit gar keiner meiner Rollen. Das sind Rollen, die haben nichts mit der privaten Josefine zu tun. Alle denken immer, ich bin Gürkchen (Anm.d.Red. aus „Türkisch für Anfänger“) oder ich bin Lotte, weil ich privat solche Phasen habe, wenn ich gut drauf bin, lustig bin, frei weg von der Leber spreche. Aber das sind geschriebene, fiktive Rollen.

Was war das krasseste, was Du jemals für eine Rolle gemacht hast?

Das krasseste weiß ich gar nicht. Ich durfte viele schöne Sachen machen. Ich finde es eher ganz toll, mal aus meiner Komfortzone rauszukommen und Sachen für einen Film zu erlernen. Auch wenn das erst einmal anstrengend ist. Ich liebe das ja. Mir kann es gar nicht krass genug sein, weil ich dann das Projekt machen will.

Jetzt haben wir viel über die Vergangenheit gesprochen. Jetzt noch ein Zukunftsausblick: Gibt es irgendetwas, dass Du Dir für Dein weiteres Leben wünschst?

Die Welt sehen, viel reisen, gut arbeiten, weiterhin so schöne Geschichten erzählen dürfen, dass es den Menschen, die ich und die mich begleiten, immer gut geht: das Typische zum Jahresende. Eigentlich soll alles so weitergehen, wie bisher. Das andere macht das Leben schon.

Welche Reiseziele stehen auf Deiner Agenda?

Unterschiedliche, ich sage immer: „Mein Reiseziel ist die Welt.“ Und dann mal gucken, wo man landet.

Apropos Jahresende: Hast Du Vorsätze für das neue Jahr?

Nein, da bin ich gar nicht der Mensch zu. Das geht eh in die Hose. Vorsätze kannst du dir an jedem Tag, in jeder Minute neu setzen, dazu braucht es kein Silvester. Zumal auch nicht bei jedem auf der Welt zu Silvester das neue Jahr beginnt.

Abschließend noch eine Frage zum Film „Schattengrund“. Er läuft ja Montagabend, schaltest Du dann den Fernseher an?

Ja, ich freue mich auf die Ausstrahlung, die werden wir mit ein paar vom Team zusammen gucken. Wir haben gesagt: „Zum Ende des Jahres machen wir das mal“. Meistens kriege ich von einem Film schon vorab einen Schnitt. Also sind Ausstrahlungen oft für mich nichts Neues, und dann sitze ich nicht Punkt 20.15 Uhr da. In Zeiten von Mediatheken und Streaming kann man ja konsumieren, wann man will.

DER FILM "SCHATTENGRUND"

„Schattengrund“ ist die Verfilmung des gleichnamigen Jugend-Thrillers von Elisabeth Herrmann: Die Erbschaft einer verstorbenen Tante bringt die Studentin Nicola – gespielt von Josefine Preuß – in ein Dorf im Harz, in dem sie als Kind ihre Ferien verbrachte. Dort schlägt ihr Feindschaft entgegen, weil sie für den Tod ihrer Freundin Fili vor vielen Jahren verantwortlich gemacht wird. Nicola begibt sich auf gefährliche Spurensuche. Der Harz und seine Mythen spielen eine wichtige Rolle. Gedreht wurde hauptsächlich in Schierke. Der Film wird am Montagabend um 20.15 Uhr im ZDF ausgestrahlt.








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