Mittwoch, 08.08.2018

Internationales Workcamp: Jugendliche restaurieren Möhrenkamphütte

Leserbrief

Goslar. Möhrenkamphütte – was sich zuerst vielleicht niedlich anhört, bedeutete für 13 junge Erwachsene in den vergangenen zwei Wochen eine Menge Arbeit.

Die Studenten kamen aus der ganzen Welt und leisteten Freiwilligenarbeit in Goslar. Beim internationalen Workcamp, das von der Goslarer Stadtjugendpflege organisiert wurde, verbrachten sie viel Zeit an der Möhrenkamphütte, die ziemlich versteckt im Wald, in der Nähe des Campingplatzes Richtung Clausthal-Zellerfeld, liegt. Der gelernte Dachdecker Sven Kersten, der die Projektteilnehmer betreut hat, erklärte, was es bei der Hütte zu tun gab: „Die Jugendlichen haben unter anderem den Weg hinter der Hütte neu angelegt und mit Kies aufgeschüttet. Außerdem haben sie das Toilettenhaus umgestellt und bemalt.“

Obwohl die Teilnehmer vorher kaum handwerkliche Erfahrungen gesammelt haben, war er von ihrem Engagement begeistert. „Die Studenten waren super selbstständig, sehr nett und ordentlich. Das Arbeiten mit ihnen hat gut funktioniert“, sagte Sven.

Viel Spaß hatten auch die jungen Erwachsenen, wie Teamleiterin Camila Norambuena erzählte. Die19-Jährige kommt aus Equador und hat bereits ein Jahr Freiwilligenarbeit in München geleistet. Über ihre Organisation ist sie auf das Projekt in der Kaiserstadt gestoßen. Die Studentin kümmerte sich in Goslar vor allem darum, dass es den Teilnehmern an nichts fehlte und sie in Sicherheit arbeiten konnten.

Alexandra Gregec erzählte, dass sie das Projekt in Goslar als gute Möglichkeit gesehen hat, neue Leute kennenzulernen. „Zu Hause in Serbien habe ich bereits etwas Deutsch gelernt und hier konnte ich meine Kenntnisse anwenden“, berichtete die 18-Jährige. Besonders gut gefiel ihr das selbstständige Arbeiten an der Möhrenkamphütte. „Ich konnte mir aussuchen, was ich gern machen wollte. Es hat uns keiner etwas vorgeschrieben“, sagte Alexandra.

Jia Gui aus China war neugierig auf die deutsche Kultur. Der20-jährige Student wollte sich selbst im fremden Land auch weiterentwickeln, sagt er über seine Beweggründe, für zwei Wochen nach Deutschland zu kommen.

Freizeitangebote

Die Projektteilnehmer waren aber nicht nur zum Handwerkeln da. Denn wie heißt es so schön? Nach der Arbeit kommt das Vergnügen. Nachdem die Freiwilligen wochentags bis in die Nachmittagsstunden gearbeitet haben, standen danach und am Wochenende vielfältige Freizeitangebote an. Die Integrationsbeauftragte der Stadt Goslar Galina Gerhardt war mit Joshua Friederichs von der Stadtjugendpflege für die Organisation verantwortlich. „Die Teilnehmer haben in der Pestalozzi-Schule übernachtet und ihre Freizeit im Jugendzentrum verbracht“, erzählte Joshua. „Wir haben viele Ausflüge unternommen. Es gab unter anderem eine Stadtführung, Disco-Abende und eine Tour nach Braunschweig zum Kanufahren“, sagte Gerhardt.

Stolz auf Engagement

Mit vielen aufregenden Erlebnissen und unvergesslichen Erfahrungen im Gepäck stiegen die Projektteilnehmer aus Spanien, Russland, der Türkei und Co. in den Flieger und traten den Rückflug an. Auch wenn sie nicht alle Arbeiten an der Möhrenkamphütte erledigen konnten, die ursprünglich geplant waren, wie Sven Kersten erzählt, haben sie allen Grund, stolz auf ihre Arbeit sein.

Durch ihre Hilfe konnte die Forsthütte, die 2012 an die Jugendpflege übergeben wurde und von dem Verein „Miteinander“ verwaltet wird, zum Teil barrierefrei werden. Mit ihrem verschönerten Aussehen lädt die Hütte jetzt wieder zu langen Partynächten im Wald ein.







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