Freitag, 12.01.2018

In Deutschland schmeckt das Essen anders

Leserbrief

Goslar/Jimena. „Meine Schüler sollen Spanien fühlen und riechen“, sagt Margit Heiland, Spanischlehrerin an den Berufsbildenden Schulen (BBS) am Stadtgarten in Goslar. Das war für sie der Grund, vor einigen Jahren ein Austauschprojekt mit einer spanischen Schule ins Leben zu rufen.

Vergangenen Oktober ging es für neun Zwölftklässler der BBS gemeinsam mit der Initiatorin und dem Englischlehrer Andreas Ude in die spanische Gemeinde Jimena. Anfang dieser Woche kamen nun elf spanische Schüler zum Gegenbesuch in die Kaiserstadt. Begleitet wurden sie von ihrer Direktorin Carolina Gil Rodriguez und der Lehrerin Rosa Martinez Ocaña.

Die spanische Schülerin Cecilia Navarro Heredia freut sich, eine Woche in Deutschland zu sein, weil es für sie eine ganz neue Erfahrung ist. „Am besten gefällt es mir, dass ich durch den Austausch neue Freunde gefunden habe“, erzählt die 16-Jährige, die sich immer wieder kurz mit Zwölftklässlerin Liana Bauer von der BBS unterhält.

Von Sprachbarrieren fehlt jede Spur: Auf Spanisch können sich die Schüler problemlos unterhalten. Auf Deutsch ist das allerdings nicht möglich, weil die Spanier kein Deutsch sprechen. Deswegen helfen sich die Jugendlichen zeitweise auch mit Englisch aus, das sprechen nämlich auch alle. So freut sich die 16-jährige Cecilia, dass sie in Goslar auch ihre Englischkenntnisse verbessern kann.

Einblick in die Kultur

Der spanische Schüler Juan José Conforto Sarrias sieht den Austausch als gute Möglichkeit an, einen Einblick in die deutsche Kultur zu bekommen, die er als „toll“ bezeichnet. Entgegen aller Vorurteile, die es über Deutsche gibt, beschreibt er die Menschen hier als äußerst warmherzig. Der 16-Jährige sagt: „Ich habe mich in Deutschland sofort willkommen gefühlt.“ Einen Gefallen findet er auch an der deutschen Architektur. „Ich hätte nie gedacht, dass die Häuser hier so schön aussehen und dass sie so vielseitig sind“, berichtet Juan.

Die ebenfalls 16-jährige Elvira Lara Sánchez beschreibt einen Unterschied, der ihr zwischen ihrem Heimatland Spanien und Deutschland aufgefallen ist: das Essen. „Zu Hause frittieren wir eigentlich alles“, sagt Elvira. Zudem erzählt sie, dass sie generell den Geschmack der deutschen Speisen anders finde. Besonders unterschiedlich seien für sie die Gewürze.

Unvergessliches Erlebnis

Auch für die deutschen Schüler war der Austausch ein Erfolg und ein unvergessliches Erlebnis, wie Zwölftklässlerin Liana Bauer bestätigt. Dem stimmt die Initiatorin des Austauschprojektes Margit Heiland zu. Sie schwärmt gerade zu von Jimena als Reiseziel: „Die Gegend in Andalusien ist vom Tourismus weitestgehend noch unberührt. Deswegen ist es für die Schüler schön, live vor Ort zu sein. Dort bekommen sie Einblicke in die spanische Lebensweise, die ich ihnen im Unterricht so nicht vermitteln kann.“

Noch bis Montag können die Schüler aus beiden Ländern in Goslar Zeit miteinander zu verbringen. Dann geht es für die neun Jugendlichen zurück nach Jimena. Auf ihrem Plan für heute steht noch eine Exkursion nach Hannover. Dort wollen sie unter anderem das alte Rathaus besichtigen und anschießend in der Markthalle essen gehen.







Weitere Topthemen aus der Region:
  • Archiv
    Starkregen sorgt für Überflutungen
    Mehr
  • Archiv
    Vatertagstouren starten sonnig
    Mehr
  • Archiv
    Donnerwetter zum Vatertag
    Mehr
  • Archiv
    Stichwahl in der Stadt Oberharz nötig
    Mehr
  • Archiv
    Motorradsaison startet nur teilweise ruhig
    Mehr
  • Archiv
    Die AWO hat noch eine neue Chance
    Mehr
  • Archiv
    Hohe Jagdziele für das kommende Jahr gesteckt
    Mehr
  • Archiv
    48 Stände, aber nur ein kleiner Kinderflohmarkt
    Mehr
  • Archiv
    Musik wie „ein leichter Seewind“
    Mehr
  • Archiv
    Spielzeit zweimal 45 Minuten, Pause und Zugabe
    Mehr