Freitag, 05.07.2019

In 48 Metern Höhe seinen Beruf finden

Leserbrief

Goslar. Das Schuljahr ist zu Ende, und viele junge Menschen wissen nicht, was sie beruflich tun wollen. Sie stehen vor der Frage, welche Ausbildung sie beginnen sollen. Warum dann nicht ein Bewerbungsgespräch führen – und das in 48 Metern Höhe? 

Die Veranstaltung, die eine Zusammenarbeit des Landkreises, der Bundesagentur für Arbeit und des Jobcenters ist, hat Jugendliche in Bewerbungsgespräche mit 36 Unternehmen aus der Region in das Riesenrad auf dem Schützenfest geschickt. Neben alteingesessenen Ausbildungsbetrieben aus Goslar und Umgebung wie Bäcker Wolf, die Malereibetriebe Kreutzer und die Asklepios Harzkliniken waren auch die Sparkasse und die Bundesagentur für Arbeit selbst auf dem Osterfeld vertreten.

Hoher Spaß-Faktor

„Der Spaß-Faktor soll dabei sehr groß sein. Die Idee, dass der erste Kontakt zwischen den Unternehmen und den Schülern im Riesenrad stattfindet, ist einfach spannend. Es ist ein innovatives Format, um den Austausch zu fördern“, sagt Landrat Thomas Brych.

Jonas Eggers, 15 Jahre alt
Aufgrund des unbeständigen Wetters haben sich die leitenden Unternehmen das traditionelle Bayern-Festzelt als Standort für die Gespräche gesichert. Dort sollten sich die jungen Menschen zunächst melden, dann wurde ihnen eine Gondel und eine Rundennummer für ein Gespräch mit dem jeweiligen Unternehmen zugeordnet. Ein Gespräch dauerte maximal zwölf bis14 Minuten. Nach den Interviews in 48 Metern Höhe, haben sich die Schüler dort noch weitere Informationen zu den jeweiligen Unternehmen besorgt. Wer nicht ganz schwindelfrei ist, hatte die Möglichkeit, von Anfang an Gespräche in dem Zelt zu führen. Die GZ hat zwei Schüler, die sich auf Bewerbungsgespräche in den Gondeln eingelassen haben, befragt. Der 15 Jahre alte Jonas Eggers hatte ein Gespräch mit der Sparkasse über die Ausbildung zum Bankkaufmann. Er besitzt allgemein sehr viel Interesse am Bankwesen und könnte sich vorstellen, diesen beruflichen Weg nach einem Studium einzuschlagen.

„Ist mal etwas anderes“

Das Gespräch in der Gondel hat ihm sehr gefallen. „Die Fahrt mit dem Riesenrad hat die ganze Situation des Bewerbungsgesprächs aufgelockert und ist mal etwas anderes“, sagt Jonas. Nach dem Interview bekam er noch einen Flyer mit Informationen für den Ausbildungsberuf mit.

Sidney Sophie Schachtschabe, 15
Sidney Sophie Schachtschabe,15 Jahre alt und aus Goslar, hat sich gleich mit zwei Betrieben unterhalten: Einmal mit der TU Clausthal und mit den Malereibetrieben Kreutzer aus Goslar. „Über den Beruf des Malers wollte ich mich einfach mal informieren. Mein Großvater ist ebenfalls Maler“, sagt die Goslarerin. Bei der TU Clausthal hat sie sich über den Ausbildungsberuf des Mediengestalters informiert. „Allerdings besteht bei mir dann eher das Interesse darin, Mediendesign zu studieren.“ Den ersten Kontakt zwischen Arbeitgeber und dem potenziellen Arbeitnehmer empfand sie als sehr positiv: „Ich finde das mit dem Riesenrad ist eine sehr gute Idee. Es zieht die Jugendlichen an und es ist besser, als nur stumpf im Büro zu sitzen und dort ein Bewerbungsgespräch zu führen“, sagt die 15-Jährige. Nach einem weiteren Gespräch mit dem Malereibetrieb im Festzelt würde sie eine Ausbildung in dem Bereich, falls sie kein Studium angehen sollte, nicht ausschließen.

Sie ist übrigens trotz Höhenangst in das Riesenrad gestiegen. „Im Zelt war es mir zu langweilig“, fügt sie hinzu.









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