Mittwoch, 13.06.2018

Historische Hintergründe zu Syrien

Leserbrief
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Dr. Kurt Neumann, Bad Harzburg, zum Artikel „Wer sind in Syrien die Guten?“ (GZ vom 7. Juni 2018)

Wer sind die Rebellen? Wer bezahlt sie und liefert ihnen Waffen? Und was planen sie, sollten sie siegen? Haben nur die Assad-Leute die Städte zerstört und Hunderttausende aus dem Land getrieben? Die Antworten unserer Medien sind dürftig. Oder einseitig.

Scholl-Latour deckte vieles auf, weil er die Akteure aufsuchte, um deren Motive zu erkennen. Mit  historischen Hintergründen war er vertraut, die amerikanischen Unternehmungen begleitete er skeptisch.

Syrien hatte eine reiche Geschichte, bevor es dem Osmanischen Reich angehörte. Nach dessen Ende 1918/19 bestimmten die Kolonialmächte England und Frankreich über das Land. Erst allmählich entwickelte sich ein arabisch-syrisches Selbstbewusstsein, besonders unter der  links orientierten Baath-Partei. 1970 wurde Hafiz-al-Assad, der ihr nahe stand, Präsident. Nicht alle teilten seine religiös tolerante Politik. 1982 putschten Moslembrüder in der Großstadt Hama. Syriens Außenpolitik entsprach nicht der westlichen Optik des Kalten Krieges. Sie pflegte gute Beziehungen zur Sowjet-Union und – zur DDR. Der  jetzige Präsident, Sohn von Hafiz Assad, setzte die Politik seines Vaters fort, unterhält gute Beziehungen zu Russland und ist nicht bereit, vor den religiös orientierten Gruppen zu kapitulieren. Der Preis für diese Eigenständigkeit ist sehr hoch.

Gegenüber dem „Westen“ konnte Assad (der Ältere) auch flexibel sein. Erinnert sei an den Austausch von Jugendleitern und Junglehrern zwischen Syrien und Niedersachsen. Die Teilnehmer erfuhren mehr voneinander, unter anderem waren die Niedersachsen erstaunt über die Fortschritte bei der Emanzipation der Frauen in Syrien und bei der Zusammensetzung der Gruppen.








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