Freitag, 02.03.2018

Grenzenlose Liebe

Leserbrief
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Flüchtlinge. Jeder von uns kennt die Container-Dörfer, trifft täglich Flüchtlinge auf der Straße oder hört etwas von ihnen in den Nachrichten.

Aber dass sie selbst am eigenen Leib erfahren muss, was diese Menschen durchgemacht haben, hätte die junge Deutsche Frida nie für möglich gehalten. Eigentlich war sie nach Serbien gekommen, um dort Flüchtlingen an der ungarischen Grenze zu helfen. Aber Hals über Kopf hat sie sich in Ali aus Afghanistan verliebt und flieht mit ihm gemeinsam Richtung Deutschland.

Plötzlich mittendrin

Ali hat bereits Pakistan, den Iran, die Türkei und Griechenland hinter sich. Aber Frida? Die ist plötzlich mittendrin. Kälte, Hunger, Verachtung. Grenzbeamte, die ihr in den BH fassen, beißende Schäferhunde. Blut und Elend. Ist all das die Liebe zu Ali wert?

Frida will helfen und das ehrt sie. Aber ihre chaotische, naive Art ist anstrengend. Wie kann man nur so verrückt sein, sich ohne Not einem Flüchtlingstrupp anzuschließen? Natürlich, wenn Liebe im Spiel ist, setzt der Verstand manchmal aus. Aber so?

Erschreckende Wirkung

Abgesehen von Fridas spannender, doch ziemlich absurder Geschichte bietet das Buch „Morgenland – Die Geschichte einer Liebe auf der Flucht“ einen detaillierten Einblick in die Situation vieler Flüchtlinge. Es zeigt, was sie erlebt haben und täglich erleben. Das kann auf den Leser ziemlich erschreckend wirken und macht deutlich, wie wenig wir von Außen oft wissen. Autorin Luise Rist arbeitet seit Jahren mit Flüchtlingen und hat Ahnung. Ihre Schilderungen sind detailliert, emotional und vor allem hautnah. Ihre Botschaft lautet: „Es gibt keine anderen, sondern nur uns, uns alle!“

„Morgenland – Die Geschichte einer Liebe auf der Flucht “ von Luise Rist,282 Seiten, ab 14 Jahre, cbj Verlag,8,99 Euro.







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