Mittwoch, 03.10.2018

Grandioses Wetter bringt gute Tomatenernte

Zu den Lieblingspflanzen der deutschen Hobbygärtner zählt seit langem die Tomate. Schon Ende Februar kann man mit ihrer Aussaat beginnen, was so manchem ungeduldig auf den Frühling wartenden Gartenfreund die Zeit verkürzt. Bei uns in der GZ haben einige Kolleginnen und Kollegen vor einigen Jahren eine „Tomatentauschbörse“ gegründet. Dieses Jahr habe ich erstmals mitgemacht und war gespannt auf die Früchte, die mir die von Kolleginnen überlassenen Exemplare liefern würden. Auch ich habe einige von ihnen mit Pflanzen aus meiner Fensterbank versorgt.

Vorausgeschickt: Es war ein Superjahr für Tomaten, wenn man sie denn regelmäßig mit Gießwasser versorgt hat. Die Wärme und die viele Sonne taten den Pflanzen gut, die Trockenheit musste der Gärtner ausgleichen, in dem er kannenweise Wasser zu ihnen schleppte. Dafür blühten sie dann zuverlässig und setzten viele Früchte an.

Besonders diejenigen Kolleginnen und Kollegen, die mit dem Gärtnern erst angefangen hatten, berichteten jedoch von Problemen. Die Pflanzen blühten kaum, oder sie bildeten zu wenige Früchte, die oft auch noch vorzeitig vom Strauch fielen.

Die Ursachenforschung ergab meist, dass Fehler im Anbau oder bei der Pflege gemacht worden waren. Vielfach unterschätzt wird nämlich der Nährstoffbedarf von Tomatenpflanzen. Sie brauchen frische, gut gedüngte Erde und müssen während der Wachstumszeit, also vom Zeitpunkt des Auspflanzens Mitte Mai bis Ende September wöchentlich Düngergaben.

Wer seine Tomaten in Gefäße setzt, sollte schon beim Kauf der Pflanzerde nicht an der falschen Stelle sparen. Die besten Ergebnisse bringt ein Produkt aus einem Fachbetrieb oder eine der teureren Erden aus dem Baumarkt oder Gartencenter. Billige Erden speichern das Wasser meist nicht, es fließt einfach hindurch und gleich wieder aus dem Pflanzgefäß heraus. Außerdem können solche Substrate mit Schadstoffen belasteten Klärschlamm enthalten. Daher schwöre ich mittlerweile auf spezielle Bio-Erde für Gemüsepflanzen.

Der zweite Faktor ist ein ausreichend großes Gefäß. Tomaten sind Tiefwurzler und brauche auch in der Breite viel Platz, damit ihr Laub nach Regengüssen schnell wieder abtrocknen kann. Zuhause habe ich inzwischen mehrere Maurerkübel in rechteckiger Form für meine Tomaten reserviert. Die sind preisgünstig und robust, wenn sie auch nicht schön aussehen. Eine Pflanze braucht im Wurzelbereich einen Raum von ungefähr sieben bis zwölf Litern.

Ein normaler kleiner Balkonkasten ist also viel zu eng. Dann kann die Pflanze auch kaum Früchte bilden und ausreifen lassen.

Wenn die Tomatenblüten vorzeitig abfallen, hatten sie vermutlich zu wenig Besuch von Hummeln und sind nicht bestäubt worden. Da die Pollen der Tomaten sehr fest in den Pollensäcken sitzen, müssen sie nämlich durch Vibrationen herausgeschüttelt werden. Hummeln können diese Vibrationen mit Hilfe ihrer Flugmuskeln erzeugen. Aber der Gärtner kann auch nachhelfen: Es lohnt sich, beim Gießen die Pflanzen immer mal etwas zu rütteln. Das imitiert die Erschütterungen, die normalerweise von den Hummeln ausgelöst werden.

Ein weiteres Problem war in diesem Jahr die Blütenendfäule. Diese macht sich durch Früchte bemerkbar, die am unteren Ende verbräunt und vertrocknet aussehen. Doch im Gegensatz zur Braun- und Krautfäule, bei der die ganze Pflanze von einem Pilz befallen wird und die Früchte ungenießbar sind, ist die Blütenendfäule vergleichsweise harmlos. Die braunen Stellen können abgeschnitten und der Rest der Frucht noch genossen werden. Ursache der Krankheit sind zumeist unregelmäßige Wassergaben, bei denen der Erdballen zwischendurch austrocknet, oder Calciummangel durch zu starkes oder zu schwaches Düngen. Dem kann vorgebeugt werden, indem man Langzeitdünger verwendet, der sich erst nach und nach in der Erde auflöst und so von der Pflanze bedarfsgerecht aufgenommen werden kann. Mit welchem Dünger die Pflanzen am besten wachsen, muss jeder Gärtner für sich ausprobieren. Vom speziellen Tomatendünger über Pferdemist bis hin zu Hornspänen gibt es da viele Möglichkeiten.

Zum Schluss noch ein Tipp für alle, die noch grüne oder nur fast reife Tomaten draußen am Strauch haben: Die jetzt kalten Nächte sind für die Früchte nicht gut. Draußen werden sie nicht mehr reif. Aber wenn man sie samt Stiel abschneidet und drinnen im Haus lagert, werden sie noch rot. Dazu legt man sie am besten an einen dunklen Ort, an dem Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad herrschen. Sie sollten sich nicht gegenseitig berühren. Bei regelmäßigen Kontrollen werden verdorbene Früchte aussortiert und die reifen zum Verzehr entnommen. Meine Tomaten lagern in diesem Jahr in verschiedenen Pappkartons mit Deckel. Dort liegen sie dunkel und warm, Essigfliegen können nicht an sie heran.

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