Montag, 04.12.2017

Geschlechtersensible Sprache als Begriff

Leserbrief
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Joachim Krage-Sieber, Goslar, zu den Reaktionen auf den Artikel „Kritik an der GZ: Sprache benachteiligt Frauen“ (GZ vom 21. November 2017/Eingang: 1. Dezember 2017)

Na, da haben sich die Frauen, die sich um „geschlechtergerechte“ Sprache bemühen, ja ganz schöne Breitseiten von beiden Geschlechtern eingehandelt…

Verwunderlich, dass gerade Frauen so ablehnend reagieren. Ärgerlich das ewige Totschlag-Argument, ob die Frauen denn keine anderen Probleme hätten – klar haben sie (und wir alle) diese, und sie sind sattsam bekannt. Verwunderlich die Heftigkeit, die – auch und gerade bei manchen Frauen – hier waltet. Das erinnert an die Zeit der Suffragetten, die nicht nur von ihren „natürlichen“ Gegnern – den Männern – bekämpft wurden, sondern massiv auch von ihren Geschlechtsgenossinnen… (Ja, ich weiß auch, dass die Suffragetten um „Wichtigeres“ kämpfen mussten…)

Liebe Leute (niemand will hier „Leutinnen“), wie wär’s, wenn wir die Kirche im Dorf ließen?! Den Argumenten der Leserbriefschreiberin Frau Plawitzki kann ich in mancher Hinsicht folgen, nicht aber den hämischen Einlassungen in anderen Leserbriefen. Selbst wenn man zu anderen Schlussfolgerungen kommt als die Frauen, die bei Herrn Rietschel zu Gast (niemand will „Gästinnen“) waren: Könnte man nicht hinter deren Bemühungen auch das sehen, was sie umtreibt: eine Sensibilität für die Dominanz des Männlichen in der Sprache? Ich würde deshalb auch den Ausdruck „geschlechtersensible“ Sprache vorziehen.



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