Montag, 08.01.2018

Geschichte ausblenden, aber Lehrmeister sein

Leserbrief
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Dr. Ulrich Bierbaum, Goslar, zum Leserbrief von Karsten Färber „Militaristische Tradition bleibt erhalten“ (GZ vom 4. Januar 2018/Eingang: 6. Januar 2018)

Eine Straße in Goslar nach dem in der Nazi-Diktatur ermordeten Kommunisten Walter Krämer zu benennen, ist sicher diskussionswürdig. Dann sollte man aber auch der in unserer jüngeren Geschichte von der kommunistischen Diktatur ermordeten Menschen durch einen Straßennamen gedenken: zum Beispiel eine Peter-Fechter-Straße – ein Maueropfer, das erschossen wurde, weil es sein Menschenrecht auf Freizügigkeit in Anspruch nehmen wollte.

Was die Kritik des Briefeschreibers an einer militaristischen Tradition in Goslar wegen der Beibehaltung des Namens „Fliegerhorst“ betrifft, sei daran erinnert, dass die SED, jetzt umbenannt in Linke, den Wehrunterricht sogar in den Schulen der DDR eingeführt hat. Ich bewundere immer wieder, wie man seine eigene Geschichte völlig ausblenden kann und dann als Lehrmeister für Demokratie auftritt. Da will sich doch der Bock zum Gärtner machen!








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