Freitag, 13.03.2020

Gärtnern auf der Fensterbank läutet Saison ein

Wenn sämtliche Gartenzeitschriften schon im Februar verkünden, dass Anfang März die Zeit der neuen Aussaaten beginnt, heißt es für alle, die im oder am Harz leben, noch zu warten. Wegen des doch etwas raueren Klimas empfiehlt es sich nicht, vor frühestens Ende März Salate oder Radieschen auszusäen. Selbst dann müssen die neuen Aussaaten noch oftmals mit Vlies abgedeckt werden, weil die Nächte noch zu kalt sind. In diesem Jahr habe ich noch kaum einen Fuß in meinen Garten gesetzt. Abgesehen von der Kühle ist es einfach zu nass, der Boden deshalb klebrig und schwer.

Zum Beschildern der ausgesäten Sorten nehme ich ausgediente und abgespülte Eisstiele, damit ich später weiß, welche Pflanzen welche Früchte tragen. Fotos: Borchers

Wieder einmal hat mein Gartenjahr deshalb auf der Fensterbank begonnen: Tomaten und Paprika sind echte Mimosen, was Kälte betrifft und fangen deshalb ihr Wachstum am Küchenfenster an. Zuerst habe ich sämtliche Samentütchen hervorgeholt und gesichtet. Welche Samen sind noch keimfähig, welche können noch auf die Aussaat warten, welche müssen jetzt in die Erde? Der Briefumschlag mit den Samen der Inkagurke, den mir eine Freundin im vorigen Herbst brachte, wanderte wieder zurück in die Kiste. Die können noch bis April warten. Aber die Tomaten- und Paprikasamen habe ich gesät.

Sonst hatte ich sie immer gleich einzeln in kleine Töpfchen gesteckt, aber diesmal habe ich sie aus Platzgründen alle ziemlich dicht in nur eine Aussaatschale gelegt. Zwischen den Reihen sind drei Zentimeter Abstand, zwischen den einzelnen Samen in der Reihe etwa ein Zentimeter. Das macht zwar mehr Arbeit, weil ich die Pflänzchen im Lauf der nächsten Wochen mehrfach pikieren und umtopfen muss, dafür nehmen sie zumindest jetzt am Anfang nur wenig Raum auf der Fensterbank ein, so dass auch noch für die Küchenkräuter ein Plätzchen bleibt.

Inkagurken (rechts unten) wandern wieder in die Kiste, der Rest wird gesät.
Um die Tomatensorten nicht zu verwechseln, ist eine Beschilderung wichtig. Denn allein an den Blättern kann ich die einzelnen Sorten nicht auseinanderhalten. Meist nehme ich für die Schildchen ausgediente Eisstiele aus Holz. Dafür sammle ich die den ganzen Winter über. Geeignet ist aber auch Einmal-Besteck aus Bambus oder Plastik. Eine andere Möglichkeit ist es, Joghurtbecher zu sammeln, auszuspülen und in zwei Zentimeter breite Streifen zu schneiden.

Die Aussaaterde, die die Samen am Anfang brauchen, weil sie nährstoffarm und fein krümelig ist, kann man zwar auch selbst herstellen. Dazu gibt es im Internet und in der Hobbygärtner-Literatur zahlreiche Anleitungen. Mir ist das aber zu mühsam, das gebe ich zu. Ich gehe lieber ins Fachgeschäft meines Vertrauens und kaufe mir einen Sack mit 20 Litern.

Die ersten Salate und Radieschen, die direkt ins Hochbeet kommen werden, müssen aber noch warten. Erst, wenn das Wetter wärmer und trockener wird, bereite ich dann das Hochbeet für den Sommer vor. Wenn Sie Fragen haben, schreiben Sie der Autorin eine E-Mail: christina.borchers(at)goslarsche-zeitung.de.