Dienstag, 12.12.2017

Gaben aus dem Garten

Es gibt ja so Leute, die auf die Frage nach ihren Wünschen zum Christfest stets antworten: „Nichts. Ich habe doch alles.“ Die sich dann aber doch freuen, wenn sie an Heiligabend nicht mit leeren Händen im Kreise der Familie sitzen, während alle anderen mit fest verknoteten Geschenkbändern kämpfen und schließlich hinter Bergen von buntem, raschelnden Papier verschwinden.

Was also schenkt man jemandem, der „schon alles hat“? Am besten etwas, das selbst gemacht und schnell zu verbrauchen ist. Da sind Hobbygärtner wie ich fein raus, denn die können schon im Sommer und Herbst vorsorgen. Aus meinen Rezepten habe ich aber solche herausgesucht, die auch noch jetzt zu realisieren sind, weil es die benötigten Zutaten auch zu kaufen gibt. Viel Spaß in der Küche!

Quittenlikör

Zutaten:

1 Kilogramm Quitten (türkische

Händler haben sie noch)

500 Gramm Kandis (Kluntje)

6 Kardamomkapseln

2 Sternanis

2 Stangen Zimt

2 fingerdicke Stücke Ingwer,

frisch

1 Orange (Bio)

2 Liter Doppelkorn

So geht‘s:

Den Pelz von den Quitten mit Küchenpapier abreiben, die Früchte waschen und in Stücke schneiden und mit den Gewürzen zusammen in ein großes Glasgefäß geben. Die Orange waschen, in Stücke schneiden und ebenfalls dazugeben. Zum Schluss mit dem Doppelkorn aufgießen, gut verschließen und mindestens acht Wochen stehen lassen.

Wer diesen Aufgesetzten schon zu Weihnachten verschenken will, kann das tun, sollte dann den Beschenkten aber auf die Ruhezeit hinweisen. Frühestens nach acht Wochen wird das Glas geöffnet und der Inhalt abgefiltert. Dazu ein Mulltuch oder ein altes Geschirrtuch in einen Seiher legen und diesen auf einen ausreichend großen Topf stellen. Den Inhalt des Glases auf das Tuch geben und gut abtropfen lassen. Den Likör in saubere Flaschen füllen und verschließen.

Es empfiehlt sich Doppelkorn, weil dieser ausreichend Prozente hat und im Gegensatz zu beispielsweise Wodka geschmacksneutral ist. Einfacher Korn ist nicht stark genug, es könnte sein, dass der Ansatz schimmelt oder sauer wird. Bitte nicht umrühren oder schütteln während der Ruhezeit. Das bringt nur viele Schwebstoffe, die man im Likör nicht haben möchte. Der Kandis muss vollkommen aufgelöst sein, bevor gefiltert wird.

Quittenbrot

Zutaten:

Fruchtreste, die beim Entsaften

der Früchte übrig bleiben

Zucker

So geht‘s:

Die Quittenrückstände löffelweise mit der Flotten Lotte pürieren (Kerne und Schalen bleiben dabei im Sieb). Den so gewonnenen Brei abwiegen und im Verhältnis eins zu eins mit Zucker mischen. Wenn der Brei zu dick ist, um ihn gefahrlos aufzukochen, abgekochtes Wasser zugeben. Diese Masse einige Minuten köcheln. Die so entstehende Paste auf ein eingeöltes Backblech streichen (nicht zuviel, eine Dicke

von einem Zentimeter reicht). Im leicht geöffneten Backofen (Kochlöffel in die Tür klemmen) die Masse bei kleinster Hitze (bei den meisten Öfen sind das 50 Grad) einige Stunden lang trocknen. Die Masse sollte am Ende etwa die Konsistenz von Geleefrüchten haben. Danach die Masse mit dem Messer in kleine Stücke schneiden und diese in Hagelzucker oder ganz normalem Haushaltszucker (oder gehackten Nüssen oder Mandeln) wälzen.

Die Stücke lagenweise in eine Keksdose schichten. Am besten auf jede Lage ein wenig Klarsichtfolie legen. Denn das Ganze ist eine sehr klebrige Angelegenheit – und eine superleckere Süßigkeit, die bis Ostern hält (wenn sie nicht vorher aufgegessen ist).

Eingelegte Zucchini

Zutaten:

2 Kilogramm Zucchini

300 Gramm Schalotten

oder kleine Zwiebeln

2 Zweige Rosmarin

1 Zweig Basilikum

2 Zweige Thymian

2 Liter Weinessig

1 Esslöffel Pfefferkörner

2 Teelöffel Senfsamen

350 Gramm Zucker

2 Esslöffel Salz

So geht‘s:

Die Zucchini waschen, Stielansatz und Spitze abschneiden, in Scheiben von etwa einem halben Zentimeter Dicke schneiden. Schalotten pellen, Kräuter waschen, grobe Stängel aussortieren. Zucchinischeiben, Schalotten und Kräuter in

Gläser schichten. Essig mit einem Liter Wasser, den Gewürzen, Zucker und Salz kochen, bis sich der Zucker gelöst hat. Den Sud heiß über die Zucchini gießen, Gläser nur abdecken. Am nächsten Tag den Sud wieder in einen Topf abgießen, erneut aufkochen und wieder zurück in die Gläser geben. Dann erst die Gläser gut verschließen.

Das hält etwa sechs Monate lang. Man kann vorsichtshalber auch die Gläser im Ofen 30Minuten bei 80bis 90 Grad richtig einkochen. Dazu die Gläser auf ein mit Lappen ausgelegtes tiefes Backblech stellen, Wasser auf das Blech geben und dann das Ganze in den nicht vorgeheizten Ofen stellen.

Tipp: Die Einlegeflüssigkeit muss immer gut fingerbreit über dem Gemüse stehen.

Gekörnte Gemüsebrühe

Zutaten:

Gemüse, beispielsweise Möhren,

Porree, Zwiebeln, Liebstöckel-

Blätter, Kapuzinerkresse in

beliebiger Menge, Sellerie

etwas Salz

So geht‘s:

Gemüse putzen und in kleine Stücke schneiden, dann im Mixer so klein wie möglich häckseln, fast schon pürieren. Alles vermischen und auf mit Backpapier ausgelegten Kuchenblechen verteilen – nicht zu dick, ein, zwei Zentimeter reichen. Die Bleche bei 100 Grad im Backofen (Umluft) zweieinhalb Stunden „backen“. Zwischendurch immer wieder mit einem Holzlöffel umrühren. Damit die Feuchtigkeit schneller verdunstet, einen Kochlöffel in die Tür klemmen. Erst, wenn alles bröselig trocken ist, nochmals im Mixer pulverisieren. In ein Schraubglas geben.

Haben Sie Fragen, Kritik, Anregungen? Schreiben Sie der Autorin eine E-Mail unter christina.bochers(at)goslarsche-zeitung.de.