Montag, 26.08.2019

Fahrräder for Future: klimaneutral unterwegs

Leserbrief

Goslar. Auf den Straßen sollten Fahrradfahrer das Sagen haben – so lautet die Forderung für Goslars Innenstadt, die die „Fridays-for- Future“-Ortsgruppe ausruft. Aus diesem Grund organisierten sie am Freitag eine Fahrraddemonstration, die die rund 50 Teilnehmer einmal um den Stadtkern führte. Während der Demo war die befahrene Strecke einseitig gesperrt.

Die Fahrradtour startete nach einer Begrüßung der beiden Veranstalter, Philipp Rost (17) und Philip Stövesand (20), am Bahnhof. Von dort aus machten sie sich unter der Aufsicht der Polizei auf den Weg zum Osterfeld. Mit dabei war auch Goslars Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk, der sich für die Demo ebenfalls in den Fahrradsattel schwang.

Erster Zwischenstopp

Auf dem Osterfeld stellte sich Junk dann einigen Fragen, natürlich passend zum Thema Umwelt- und Klimaschutz mit dem Fahrrad. Stövesand fragte ihn, wie es Fahrradfahrer in Goslar einfacher haben werden. In Zukunft sollen noch Fahrradwege entstehen, zum Beispiel am Fliegerhorst in Jürgenohl, wo es aktuell noch gar keine gibt, erklärte Junk. Auf die Frage, was er denn für die Umwelt tun würde, antwortete er, dass er selber oft mit dem Fahrrad unterwegs sei. „Uns werden acht E-Bikes zur Verfügung gestellt, die auch öfter genutzt werden“, erklärt Junk die Situation im Rathaus.

Nach dem Interview folgte eine Rede von Stövesand, in der er Probleme für Fahrradfahrer ansprach. Er erklärte, dass es zu wenig Stellplätze gebe, bestehende Fahrradwege instand gehalten werden müssten und dass Goslar neue Wege für Fahrräder brauche. Im entspannten Tempo setzten die Demonstranten dann ihre Fahrt rund um die Innenstadt fort. Währenddessen forderten sie haltende Autofahrer auf, ihren Motor abzuschalten. Über den Zwingerwall und Nonnenweg ging es zurück zum Bahnhof.

Den beiden Veranstalter hat der Freitagmittag gut gefallen. Auf die Frage, welche Änderung sie sich nach diesem Tag wünschen, antworteten sie, dass sich die Infrastruktur für Fahrräder bessern und generell mehr Leute auf ihr Fahrrad umsteigen sollen. Sie hoffen, dass man einigen Bürgern einen Denkanstoß geben konnte. Außerdem finden die beiden, dass öffentliche Verkehrsmittel attraktiver gemacht werden müssen. Dabei sollte man auf jeden Fall die Kosten für die Zugfahrten kürzen, meinen sie.

Selbst aktiv werden

Natürlich setzen die beiden sich auch selbst für die Umwelt ein. Stövesand ist ein Pendler, wie er von sich sagt: Er fährt lange Strecken nur mit dem Zug und sonst nimmt er sein Fahrrad. Genau wie Rost: Er nutzt nicht nur immer sein Fahrrad, sondern versucht auch, Plastikmüll zu vermeiden. Das ist jedoch nicht immer so einfach: „Plastik fällt einem quasi entgegen“, so der 17-Jährige. In der Hinsicht könne man auch noch einige Alternativen finden, meinen die beiden. Auf die Frage, ob sie Tipps für Außenstehende haben, würden sie empfehlen öfter mal das Auto weg zu lassen und aufs Fahrrad umzusteigen. Das wäre zwar eine kleine Änderung, aber sie ist einfach. So kann man sich selbst zu mehr motivieren, finden die beiden. „Man kann global nichts ändern, wenn man bei sich nichts ändert“, meint Stövesand. Von unserer Praktikantin Lena Hillebrand









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