Freitag, 02.02.2018

"Es macht Spaß, Menschen zu helfen"

Leserbrief

Goslar. Jugendliche denken nur an sich und haben keine Lust mehr auf Ehrenamt? Das ist ein verbreitetes Vorurteil über diese Generation. Steckt etwas Wahres in dieser Ansicht oder lassen sich viele Jugendliche finden, die sich ehrenamtlich engagieren?

In einer Umfrage hat sich die Junge Szene mit vier jungen Menschen unterhalten, von denen alle in irgendeiner Form etwas Gutes tun. Sie erzählen, wie sie sich genau engagieren und was ihre Motivation dafür ist.

Selbstbewusster werden

Elena Eilers-Segovia engagiert sich in einer Arbeitsgemeinschaft an ihrer Schule. Sie geht in die10. Klasse des Christian-von-Dohm-Gymnasiums und dort gibt es die sogenannte Hilfe-durch-Schüler-AG. Dabei geht es vor allem darum, sich in verschiedenen Projekten für Menschen einzusetzen. Seit etwa zwei Jahren ist die 15-Jährige schon dabei. „Es macht mir Spaß, Menschen zu helfen, und es freut mich zu sehen, wenn sie glücklich sind“, erzählt sie.

Elena stellt fest, dass auch sie von dieser Arbeitsgemeinschaft profitiert. „Ich wurde viel selbstbewusster“, verrät sie und bezieht sich damit vor allem auf eine Spendenaktion, die sie mit ihrer AG auf dem Weihnachtsmarkt organisiert. „Da wachse ich über mich hinaus, vor allem, wenn ich fremde Leute anzusprechen muss.“

Der 16-jährige Peer Hacke engagiert sich ebenfalls sozial; er hat es aber privat organisiert. Zum einen gibt er Nachhilfe in seinem Freundeskreis. „Ich helfe Bekannten vor allem in naturwissenschaftlichen Fächern, weil ich möchte, dass sie in der Schule weiterkommen“, erzählt der Zehntklässler. Zudem unterstützt er einen Nachbarn in seinem Garten. „Er ist etwas älter und deswegen mähe ich regelmäßig seinen Rasen. Ich fühle mich danach besser, weil ich weiß, dass ich etwas Gutes für ihn tun konnte“, berichtet der Goslarer.

Ebenfalls unabhängig von einem Verein hat sich Kimberly Arend etwas gesucht, wo sie sich ehrenamtlich engagieren kann. Zum einen hat sich die Goslarerin vor einiger Zeit mit einer Freundin zusammengetan und Geld für ein Tierheim gesammelt. „Wir sind in unserem Bekanntenkreis von Tür zu Tür gegangen und haben nach Spenden gefragt. Davon konnte das Tierheim neues Futter kaufen“, erzählt die 16-Jährige.

Zum anderen engagiert sich Kimberly seit diesem Monat in einem Seniorenheim. Die Neuntklässlerin ist über ihre Mutter dazu gekommen, weil diese dort arbeitet. Im Altenheim gehört es zu ihrer Aufgabe, für die älteren Menschen einzukaufen. „Manchmal bekomme ich aus Dankbarkeit von den Senioren ein wenig Geld zugesteckt, darum geht es mir aber gar nicht. Ich freue mich, dass ich ihnen im Alltag eine Hilfe bin“, sagt Kimberly.

Keine Scheuklappen

Genau wie sie, wurde auch Peter Körner von einem Elternteil zum Ehrenamt gebracht. Sein Vater wollte, dass er als Fünfjähriger ins Deutsche Rote Kreuz eintritt. Jetzt als 20-Jähriger ist Peter noch immer in diesem Verein tätig. In den vergangenen Jahren hat er an vielen Weiterbildungen teilgenommen, sodass er sogar als Rettungssanitäter zu Einsätzen mitfahren darf. „Das ist etwas, dass mich sehr stolz macht. Ich weiß, was zu tun ist, wenn jemand in einer Notsituation Hilfe benötigt“, sagt der Lutteraner. Er findet es zudem sehr wichtig, dass sich jeder in irgendeiner Form sozial engagiert und nicht mit „Scheuklappen“ umherläuft.







Weitere Topthemen aus der Region:
  • Archiv
    Traditionsverein:Fünf Frauen dazugewonnen
    Mehr
  • Archiv
    Neue Feuerwache entsteht am alten Ort
    Mehr
  • Langelsheim
    Aufwertung der Innerste ist ein langer Fluss
    Mehr
  • Oberharz
    Harz-Volksbank ehrt für 50 Jahre Treue
    Mehr
  • Goslar
    Wie Licht zum Wirtschaftsfaktor einer Stadt werden kann
    Mehr