Freitag, 23.08.2019

Erst Japanisch pauken, dann Gyoza essen

Leserbrief

Schon am Anfang hat das Land sie stark beeindruckt. „Gleich in einer der ersten Wochen meines Austauschjahres, ist meine Gastfamilie mit mir auf den Fuji gestiegen“, erzählt Jasmin Naser. Der 3776 Meter hohe Vulkan ist der höchste Berg Japans. „Das war etwas ganz Besonderes und atemberaubend schön“, beschreibt sie ihre Begegnung mit dem unverwechselbaren Nationalsymbol Japans.

Doch natürlich hat das Land am anderen Ende der Welt für die18-jährige Bad Harzburgerin noch ganz andere Überraschungen bereit gehalten. Besonders die Umstellung auf das japanische Essen, sei ihr anfangs etwas schwer gefallen. „Gleich nach dem zwölfstündigen Hinflug habe ich etwas rohen Fisch gegessen, bevor ich direkt zu einem Meeting des Rotary-Clubs musste, dem Träger des Austauschprogramms. Das war keine so gute Idee“, erinnert sie sich. Doch weil sie Reis, der zu jeder japanischen Mahlzeit dazugehört, sehr gerne möge, habe sie sich nach und nach mit dem Essen anfreunden können. Ihre japanischen Lieblingsgerichte seien Gyoza, kleine gefüllte Teigtaschen, und Udon-Nudeln.

Alltag in der Metropole

Ein sogenanntes „Shin-Mon“, ein Eingangstor zu einem Heiligtum. Einige dieser Tore können, wie hier in Nikko, reich verziert sein. Fotos: Privat
In Tokyo lebt Jasmin zwar bei verschiedenen Gastfamilien, bleibt aber immer auf der gleichen Schule, der „Keio Girls Senior High School“. Zur Schule fährt sie mit der gut ausgebauten U- und S-Bahn der Metropole, morgens zur Rush-Hour, dicht gedrängt mit ihren Mitschülerinnen und den vielen Pendlern. Im Gegensatz zum Werner-von-Siemens-Gymnasium, das sie in Bad Harzburg besucht, ist die „Keio“ eine reine Mädchenschule. „Alle sind dort verpflichtet, Schuluniformen zu tragen. Und jeder besucht nach dem Unterricht Clubs. Allerdings sind die nicht mit unseren AG’s zu vergleichen“, erzählt sie. Das Angebot sei groß. Angefangen bei Sport, Musik und Tanz gebe es auch wissenschaftliche Clubs, sogar einen für Magie. „Da war ich aber nicht dabei. Ich habe im Chor gesungen und bei der „English Speaking Society“ mitgemacht“, sagt Jasmin.

Auch der Unterricht laufe ganz anders als in Deutschland. Es sei ein reiner Frontalunterricht. Die japanische Sprache und die verschiedenen Schriftsysteme musste sie auch pauken. „In Deutschland hat mir eine japanische Freundin geholfen, die ersten Wörter und Sätze zu üben. Dann habe ich selbständig Hiragana und Katakana gelernt. Das sind die japanischen Schriftzeichen. In der Schule in Tokyo hatte ich dann einmal in der Woche eine eigene Kanji-Stunde, das sind die chinesischen Zeichen“, sagt sie und fasst ihr Lernpensum zusammen. Ausserdem habe sie extra Japanisch-Unterricht gehabt.

Von Japan begeistert

Das neben der Schule wenig Freizeit bliebe, sei normal. Dafür kann sie jetzt fließend Japanisch sprechen und schreiben.

Jasmin mit Freunden bei den berühmten „Torii“ am Fushimi-Inari-Schrein in Kyoto.

Von Japan ist sie trotzdem sehr begeistert. Mit ihrer Gastfamilie und ihren Freunden besucht sie Matsuris, die typischen japanischen Volksfeste, von denen es besonders im Sommer viele gibt. Dazu trägt sie auch die traditionellen Yukatas. Ihre Gasteltern machen viele Ausflüge mit Jasmin. Dabei haben die buddhistischen Tempel und Shinto-Schreine ihr Herz gewonnen. „Das sind meine Lieblingsorte. Die sind immer sehr schön angelegt und die besondere Atmosphäre gefällt mir“, schwärmt sie.








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