Sonntag, 10.06.2018

Englisch ist heute das Latein der Gelehrten

Leserbrief
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Dr. Joachim Kreutzkam, Bad Harzburg, zum Artikel „Das Handwerk bietet goldenen Boden“ (GZ vom 2. Juni 2018)

Ihr Beitrag zu den Nachwuchsproblemen im Handwerk bildet einen augenfälligen Kontrast zur Jugendarbeitslosigkeit in einzelnen EU-Ländern. Überhaupt sagt der Zustand des Arbeitsmarktes in der EU sehr viel über das nationale und internationale Verständnis von „Union“ aus.

„Arbeit“ bezeichnet eben das edelste Gut des Menschen“, hatte Papst Franziskus in Wim Wenders‘ jüngst in Cannes vorgestelltem Film „Ein Mann seines Wortes“ betont. Wann wird die europäische Bildungspolitik (noch) innovationsfreudiger werden? Sind die übrigen, von der Bildung abhängigen, Dilemmata nicht schon groß genug?

Auf einem – aus der Perspektive des Arbeitsmarktes gut konzipierten und geplanten – Europäischen Gipfel der Bildungspolitik könnte ein Zukunftsprojekt diskutiert und beschlossen werden mit folgendem Ziel: In den Abschlussprüfungen aller Schulen (einschließlich Fort- und Weiterbildung) in der EU ist – neben der jeweiligen Muttersprache – der Nachweis einer besonderen Sprachbefähigung in Englisch zu erbringen (im Abitur allerdings: „fließend in Wort und Schrift“ – native speakers dagegen in einer beliebigen europäischen Fremdsprache). Die dafür erforderliche Infrastruktur dürfte kein unüberwindliches Hindernis darstellen. Allerdings sollte die EU unbedingt das Vereinigte Königreich zur Kooperation in Lehre und Supervision gewinnen können. Warum eigentlich auch nicht? Englisch ist heute schließlich das Latein der alten Römer und der Gelehrten in den mittelalterlichen Universitäten – deswegen waren die wohl hier und da auch schon die besseren Europäer, die übrigens von der Sprachbefähigung der Araber unendlich viel gelernt haben.







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