Donnerstag, 12.10.2017

Endspurt für grüne Tomaten

Meine Tomaten sind wunderbar gewachsen, aber es hängen fast nur grüne Früchte dran.“ So geht es in diesem Jahr vielen Hobbygärtnern, denn ich werde immer wieder gefragt, ob diese Früchte denn noch reif würden.

Wenn das Wetter tagsüber noch sonnig und die Temperaturen bei 15Grad oder höher liegen, reifen die Tomaten zumindest noch so weit, dass sie einen leichten Gelb- oder Orangeton bekommen. Damit sie mehr wärmende Sonnenstrahlen abbekommen, habe ich alle fleckigen und vergilbten Blätter nah am Stamm der Staude abgeschnitten und breche auch immer noch regelmäßig die Geiztriebe aus den Blattachseln aus. Dadurch leitet die Pflanze ihre Kraft in die Früchte und nicht in die Bildung von neuen Trieben.

Wichtig ist das Entfernen der Blüten, die sich immer noch bilden. Reife Früchte daraus wird man ganz bestimmt nicht mehr ernten. Außerdem sollten die kleinen, unreifen Tomaten von den Sträuchern entfernt werden. Auch sie reifen sowieso nicht mehr aus. Dafür haben dann die größeren Früchte eine reelle Chance, noch draußen reif zu werden.

Bewährt hat sich bei mir zudem, dass ich die Pflanzen oberhalb des siebten Blütenstands schon im Hochsommer kappe. Mehr bringt eine Pflanze im Freiland in einem Sommer nicht durch. Im ungeheizten Gewächshaus können es auch bis zu neun Blütenstände sein, deren Früchte bis zum Herbst reif werden.

Wenn es im Oktober dann nachts dauerhaft Temperaturen von unter zehn Grad Celsius gibt, wird es der aus Südamerika stammenden Pflanze zu kalt. Da hilft es kaum, zum Abend hin die Pflanzen mit Vlies oder alten Gardinen zuzuhängen, damit sie es darunter etwas kuscheliger haben. Das ist der Zeitpunkt, an dem ich die grünen Tomaten abernte und sie mit ins Haus nehme.

Um möglichst viele der Früchte zum Ausreifen zu bringen, müssen diese zumindest schon ihre endgültige Größe erreicht haben. Ideal ist es, wenn sie um den Stielansatz herum schon leicht gelb oder rot werden. Kleine, grüne Tomaten reifen zwar auch noch nach, wenn man sie nach drinnen bringt. Aber sie werden nie frei von Solanin sein. Das ist ein Gift, das von Nachtschattengewächsen wie Tomaten und Kartoffeln gegen Fressfeinde gebildet wird. Wer die halb reifen Tomaten also noch für den Verzehr retten will, sollte sie daher spätestens jetzt in sein Haus holen.

Meiner Erfahrung nach gelingt das Nachreifen der Tomaten am besten, wenn die Früchte nicht einzeln gepflückt, sondern die ganze Rispe mit der Gartenschere abgeschnitten wird. So ist sicher, dass die Haut der empfindlichen Tomaten nicht verletzt wird. Kleine Risse in der Haut sind nämlich prima Eingangspforten für Schimmelpilze und Co.

Die Rispen kann man dann in Zeitungspapier wickeln und in einen Karton oder eine Kiste legen. Man kann aber die Rispen auch einfach so in Karton oder Kiste legen und diesen mit einem Deckel verschließen. Wichtig ist nur, dass sie dunkel und bei ungefähr 18 bis 20 Grad Celsius gelagert werden. Schneller geht das Reifen vonstatten, wenn man einen Apfel zu den Tomaten legt. Äpfel strömen ein Reifegas aus, das die Tomaten schneller rot werden lässt. Regelmäßige Kontrolle und das Aussortieren eventuell doch noch verdorbener Früchte sichert einen frischen Vorrat bis in den Winter hinein.

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