Mittwoch, 10.01.2018

Einseitige Blicke auf Walter Krämer

Leserbrief
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Dr. Friedhart Knolle, Goslar, zu den Leserbriefen von Karsten Färber (Militaristische Tradition bleibt erhalten, GZ vom 4. Januar 2018) und Dr. Ulrich Bierbaum (Geschichte ausblenden, aber Lehrmeister sein, GZ vom 9. Januar 2018/Eingang: 9. Januar 2018)

Wenn man historische Sachverhalte nur aus einem Blickwinkel sieht, bekommt man einseitige Bilder. Es ist kein Problem, dass der Name „Fliegerhorst“ bleibt – hier bestand vor der Nazi-Zeit ein ziviler Flughafen und nach 1945 saß hier die Luftwaffe eines demokratischen Staates.

Es ist aber ein Problem, wenn man eine Person wie den verdienten Walter Krämer nur auf seine Parteizugehörigkeit reduziert. Der Mann hatte viel mehr Facetten. Ab 1910 war er Freiwilliger in der Kaiserlichen Marine, saß später wenige Jahre für die KPD im Preußischen Landtag, wurde dann ins KZ Buchenwald gesperrt und rettete dort aufgrund seiner medizinischen Kenntnisse und seines Mutes vielen Insassen das Leben, wobei er sein eigenes gefährdete. Für dieses Handeln wurde er nach seiner Ermordung in Goslar vom Staat Israel mit dem Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern“ geehrt, weil er auch viele Juden vor der Ermordung rettete. Mehr dazu am 27. Januar um 15 Uhr am KZ-Gedenkstein am Fliegerhorst. Oberbürgermeister Junk und auch die Patenschule dieser kleinen Gedenkstätte, das CvD-Gymnasium, werden sich mit Krämer differenzierter auseinandersetzen.




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