Dienstag, 05.12.2017

Einladung Kaesers ist fragwürdig

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Erika Hauff-Cramer, Goslar, zum Artikel „Linke“ will Pancket 2018 absagen (GZ vom 28. November 2017/Eingang: 30. November 2017)

Zum 40. Goslarschen Pancket ist der Vorstandsvorsitzende der Siemens AG, Joe Kaeser, als Ehrengast eingeladen. Geht es noch zynischer? Joe Kaeser zählt zu denjenigen Managern in unserer Gesellschaft, denen offensichtlich das Bewusstsein für soziale Verantwortlichkeit abhandengekommen ist. Wie ein Beitrag im ZDF verdeutlichte: Siemens schließt gerade in den neuen Bundesländern profitabel wirtschaftende Werke, die erst mit vielen Steuersubventionen errichtet wurden. Siemens trägt so zu einer weiteren Schwächung der sozialen Situation der Menschen bei. Viel zu viele Menschen in den neuen Bundesländern fühlen sich bereits jetzt von der Politik im Stich gelassen, da keinerlei Maßnahmen gegen überdrehte Vertreter dieses Turbo-Kapitalismus unternommen werden. Stattdessen beklagen Politiker*innen den zunehmenden Rechtsruck in unserer Gesellschaft, der sich vor allem durch die Stimmengewinne der AfD bei Wahlen ausdrückt.

Sinn und Zweck einer Veranstaltung wie das Goslarsche Pancket mag bereits in Frage gestellt sein. Die Einladung eines Ehrengastes in der Person eines Joe Kaeser hingegen ist nicht nur fragwürdig, sondern allein schon aus politischer Verantwortlichkeit den Bürgern gegenüber abzulehnen.








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