Mittwoch, 29.05.2019

Ein Treibhaus bietet Wärme und sichert den Ertrag

Ein Gewächshaus ist der Traum vieler Hobbygärtner. Zu meinem bin ich eigentlich nur gekommen, weil unser Nachbar seinerzeit neue Fenster in sein Haus eingebaut hat. Die alten Holzfenster waren uns hochwillkommen, um daraus ein Gewächshaus zusammen zu zimmern. Denn in mir war der Wunsch erwacht, meine Kübelpflanzen im Herbst nicht mehr mühevoll ins Haus schleppen und dort in den teils recht dunklen Räumen stehen zu lassen. Kübelpflanzen, die im Winter warm und gleichzeitig zu dunkel stehen, überleben nämlich gerade so, sehen dann im Frühjahr aber ziemlich mitgenommen aus.

Da meine Kübelpflanzen frostempfindlich sind, musste auch eine Heizung für das Gewächshaus her. Damit stellte sich die Frage, wie denn das Haus ganzjährig genutzt werden könnte, um die Kosten für die Heizung über Einsparungen beim Kauf von Gemüse und Obst im Sommer auszugleichen. Da bietet sich die Vorkultur von Jungpflanzen an, doch wenn diese dann Mitte Mai ins Freiland umziehen, wäre das Treibhaus ja wieder leer. Deshalb baue ich im Sommer dort Wärme liebende Pflanzen an.

Viele Hobbygärtner stellen Tomaten und Gurken zusammen in ihr Gewächshaus. Das erfordert ziemlich gute Kenntnisse über die Bedürfnisse der beiden Pflanzen. Denn unter anderem mögen Tomaten frische, trockene Luft und neigen in einem feuchten Klima zu Pilzkrankheiten. Ganz anders Gurken: Sie lieben es feucht und warm, geradezu schwül. Dieses Problem lässt sich noch lösen, stellt man die Gurken in eine geschützte Ecke und die Tomaten eher in die Nähe von Tür und Fenstern. So lautet ein Ratschlag, den die Experten der Bayerischen Gartenakademie geben.

Doch im nächsten Jahr können an der Stelle, wo die Gurken wuchsen, diese nicht nochmals angebaut werden. Denn sie sind mit sich selbst unverträglich, weshalb eine Anbaupause von vier Jahren einzuhalten ist. Deshalb mache ich es mir einfach und baue in meinem Gewächshaus hauptsächlich Auberginen und Paprika an. Auberginen können immer wieder an derselben Stelle stehen. Und mit Paprika oder Chili habe ich auch bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht, obwohl auch sie immer auf der gleichen Seite des Treibhauses stehen. Einzige Änderung in diesem Jahr: Ich versuche es einmal mit Zuckermelonen.

Paprika und Auberginen lasse ich mehrtriebig wachsen, denn im Gewächshaus stehen sie erstens recht lange (bis in den November hinein) und zudem noch gut geschützt vor Regen, kühlen Nächten und heftigem Wind. So liefern die Pflanzen einen höheren Ertrag als im Freiland.

Das Klima im Treibhaus ist im Sommer mitunter extrem, gerade wenn der Sommer so heiß ist wie im vorigen Jahr. Optimal sind Temperaturen von mehr als 20 Grad bis maximal 28 Grad. Aber schon im Frühling heizt sich das Haus in der Sonne schnell auf mehr als 30Grad auf. Deshalb habe ich vor zwei Jahren ein Beschattungsnetz gekauft, das im Frühling über das Dach gebreitet wird. Falls das Dach aus Glas- oder Kunststoffplatten besteht, kann man diese auch mit einem Weißanstrich aus Wasser und Mehl versehen. Das gilt als bewährter Hitzeschutz, hat aber den Nachteil, dass man in einer Saison unter Umständen mehrfach nachstreichen muss, weil Regen den Anstrich abgewaschen hat.

Wichtig ist auch eine gute Lüftung des Gewächshauses. Viele Gärtner schwören auf eine automatische Lüftung, aber es geht auch ohne technische Finessen. Morgens das Treibhaus öffnen und abends nur dann schließen, wenn die Nacht voraussichtlich kühler als plus 12 Grad Celsius wird. Damit habe ich in den vergangenen Jahren durchaus gute Erfahrungen gemacht.

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