Freitag, 21.06.2019

Ein Remake, das so richtig Gas gibt

Leserbrief

Start your engine! Crash Bandicoot kehrt wieder einmal auf die heimischen Konsolen zurück – und diesmal in einem Rennwagen! Die Welle der Remakes alter Playstation-Spiele reißt nicht ab. Nachdem die Trilogie rund um den Beuteldachs eine Neuauflage erfahren hat, darf natürlich auch das letzte Spiel um ihn aus dem Hause Naughty Dog nicht fehlen: „Crash Team Racing“, das Spiel, das damals mit seiner abgedrehten Story ein gewollter Nagel zu Crash Bandicoots Sarg sein sollte, und dann wider Erwarten zu einem riesigen Erfolg wurde.

Höherer Action-Faktor

Nitros Oxide, ein böser Alien, bedroht die Erde und will sie in einen riesigen Parkplatz verwandeln, wenn ihn nicht der Beste der Besten in einem Kartrennen schlägt. Eine Aufgabe für Crash und seine Freunde, aber auch seine Feinde: Sie alle treten an, um zu entscheiden, wer Oxide herausfordern wird.

Soweit die Story des Originals, in „Crash Team Racing: Nitro Fueled“ steckt aber auch einiges aus dem Nachfolger „Crash Nitro Kart“. Und das bedeutet für uns Spieler: Mehr Charaktere, mehr Strecken, mehr Herausforderungen und auch die Möglichkeit, Figuren und Karts zu individualisieren.

Die Entwicklerfirma Beenox hat vor allem Nostalgikern ein pralles Paket voller Spaß geschnürt, so viel ist sicher. Und alleine vor der Konsole hocken muss man auch nicht: Online kann man gegen bis zu sieben Mitspielern antreten, und lokal bis zu drei Freunde herausfordern.

Nach dem Startschuss wird schnell klar, dass ordentlich am Action-Faktor geschraubt wurde: Kopf an Kopf rast man mit seinen Gegnern um die Wette, die plötzlich viel cleverer sind, während drum alles herum ständig knallt, zischt und explodiert. Und das sieht dabei auch noch fantastisch aus. Die alten Strecken sind originalgetreu gehalten, zugleich aber herausgeputzt und mit so vielen Details und Anspielungen versehen worden, dass man sie oft erst nach mehreren Runden bemerkt. Nostalgiker können auch auf die alte Musik umschalten, ein schönes Detail.

So viel Lobhudelei das Spiel auch verdient, einige Schwächen kann man aber nicht übersehen. Weniger schön sind die Stimmen: Die frechen Sprüche, Jubelrufe und Kommentare der Rennfahrer waren im Original ein witziges Detail, jetzt hört man die Gegner kaum mehr. Die eigene Figur trötet dagegen fast ununterbrochen herum – und das ist dann schnell so nervig und anstrengend, dass man die Stimmen getrost aussschalten kann.

Weniger Balance

Ein größeres Problem liegt in der Balance der Charaktere. Ein Pluspunkt ist, dass sich Unterschiede in der Geschwindigkeit, die es schon im Original gab, jetzt deutlicher zu spüren sind. Die anderen Eigenschaften, Beschleunigung und Wendigkeit, fallen allerdings eher unter den Tisch. Figuren, die superschnell waren, dafür aber den Wendekreis eines Lkw besaßen, sind plötzlich mit noch mehr Tempo unterwegs und flitzen beinahe genauso flink um die Kurve wie die langsamen, aber im Gegenzug vermeintlich wendigeren Charaktere. Hinzu kommt, dass das Spiel verhältnismäßig stark auf das sogenannte Power-Sliden setzt, bei dem die Rennfahrer in den Kurven an Geschwindigkeit gewinnen können. Früher war das ein Gimmick, um schnell an die Spitze zu rasen. Jetzt ist es ein Talent, dass man besitzen muss, um überhaupt zu gewinnen – und das Spiel ist noch unverzeihlicher als früher. Ein Fehler kann dazu führen, dass man sich auf dem letzten Platz wiederfindet. Trotzdem:Wer das Original von 1999 durchgezockt hat, der verliebt sich auch in das Remake. Und wer das Spiel noch nicht kennt: Werft den Motor an, fordert eure Freunde heraus und findet heraus, wer der beste Fahrer ist!mad

„Crash Team Racing: Nitro-Fueled“, Beenox, 2019, ab 6 Jahren, für Playstation 4, XBox One und Nintendo Switch, ab 37,99 Euro.







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