Mittwoch, 07.08.2019

Ein Leben ohne Katze ist möglich, aber doof

Leserbrief

Goslar. Am 8. August ist Weltkatzentag. Zu diesem Anlass gibt eine Expertin vom Tierheim Goslar Tipps für junge Katzenfans, die sich das erste eigene Haustier anschaffen möchten.

Mieze, Fellnase, Dicker oder Chef – neben ihren tatsächlichen Namen haben Katzen oft auch noch Spitznamen. Beide Kategorien haben eines gemeinsam: Der samtpfotige Stuben-Diktator hört nur drauf, wenn’s ihm gefällt. Dass Katzen eben einen eigenen Kopf haben, ist bekannt. Da aber nicht jeder Katzenfreund das Glück hat, mit Haustieren aufwachsen zu können, legen sich viele spätestens in der ersten eigenen Wohnung tierische Mitbewohner zu. Was dabei auf sie zukommt, ist vielen nicht bewusst.

Es gibt viel zu beachten

„So ein Tier verursacht auf jeden Fall Kosten“, sagt Stefanie Pietsch vom Tierheim Goslar. „Zu Futter, Katzenklo und Spielzeug kommen auch Tierarztkosten, fürs Impfen beispielweise. In einigen Gemeinden, so auch in Goslar und Bad Harzburg, besteht für Freigänger – also Katzen, die auch draußen herumlaufen – eine Kastrations- und Chip-Pflicht“, erklärt sie. Da Katzen soziale Tiere sind, sei es auch wichtig auf diese Bedürfnisse zu achten. „Bei reinen Wohnungs-Katzen ist es oft besser, wenn noch eine zweite Katze dabei ist. Allerdings kann man das nicht so pauschal sagen, da jedes Tier einen eigenen Charakter hat. Da gibt es welche, die schätzen die Gesellschaft, während andere auch alleine sehr zufrieden sind“, erklärt Pietsch weiter. Wichtig sei es in jedem Fall, durch Besuche bei Züchtern oder im Tierheim herauszufinden, welcher Typ Katze überhaupt zu einem passt, bevor man sich ein Tier ins Haus holt. Natürlich könnte kaum jemand zu niedlichen kleinen Kitten „Nein“ sagen, aber viele Neu-Dosenöffner könnten auch von erwachsenen Katzen den richtigen Umgang mit den beliebten Stubentigern lernen. Denn kleine Katzen seien oft mehr Arbeit als ausgewachsene.


Ob nun über Bekannte, vom Bauernhof oder aus dem Tierheim – Es gibt viele Wege, auf die Katze zu kommen. Mittlerweile werden die Fellnasen sogar über Online-Portale wie „Ebay Kleinanzeigen“ zum Kauf angeboten. Damit man nicht die sprichwörtliche Katze im Sack kauft, rät Stefanie Pietsch zu Kennenlern-Besuchen: „Man sollte besonders darauf achten, sich die Katze nicht einfach beim ersten Treffen geben zu lassen. Wenn mit den Tieren etwas nicht stimmt, landen sie oft bei uns im Tierheim.“

Damit das nicht passiert, müsse sich auch jeder die Frage stellen, ob das Tier überhaupt in die eigene Lebenssituation passt. Wer kümmert sich, wenn man in den Urlaub fährt? Darf die Katze bei einem Umzug mit in die neue Wohnung? Kann ich mich ausreichend mit dem Tier beschäftigen? Wenn man sich nicht sicher sei, sollte man die Anschaffung zum Wohl der Tiere lieber verschieben. „Gerade bei Auszubildenden haben wir oft das Dilemma, dass die Katze während der Ausbildung gut in den Alltag passte, sie aber dann beim Einstieg in den Job im Wege ist und wieder abgegeben wird,“ erzählt Pietsch.

Bereicherung fürs Leben

Wer sich allerdings für eine Katze entscheidet, der wird sich ein Leben ohne sie sehr schnell nicht mehr vorstellen können. Das zeigen auch die Stimmen von Mitarbeitern der GZ-Redaktion. Denn mit ihrer besonderen Art und ihren Angewohnheiten bereichern Katzen den Alltag und sind manchmal sogar nützlich – zum Beispiel als lebendige Mausefalle.

Wenn ihr in eurem Bekanntenkreis keine Katzenfans habt, gibt es weitere Info über Katzenhaltung im Internet unter www.tierschutz-goslar.de, www.tierschutzbund.de und www.tasso.net , aber auch beim örtlichen Tierheim und Tierärzten.








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