Freitag, 02.02.2018

Eigene Erinnerungen durch bewegte Reden

Leserbrief
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Margret Vonberg, geb. Busch, Goslar, zum Artikel „Die Cellistin von Auschwitz“ (GZ vom 1. Februar 2018/Eingang: 1. Februar 2018)

Nach der Rede des Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble und der Rede von Anita Lasker-Wallfisch gingen meine Gedanken mal wieder viele Jahre zurück. Ich erinnere mich an das Buch „Das Schicksal der Goslarer Juden 1933-45“ von Hans Donald Cramer. Luzzie Mahlmann, geborene Jacob, schrieb „In den Geschäften habe ich beim Einkauf während der für Juden möglichen Zeit viel beobachten können. In einer Blumenhandlung an der Frankenberger Straße hat mich der Inhaber mit den Worten aus seinem Laden gewiesen: „An Juden verkaufe ich nicht“. Aber im Schlachterladen gab mir Herr B. auch ohne Marken oder bei nur wenigen uns zustehenden Marken mehr Fleisch, so dass ich weiterleben konnte. Er machte dies sehr geschickt, denn im Laden waren auch mir feindlich gesinnte `Nachbarn`.“ Herr B. war unser Vater Wilhelm Busch.

Ebenfalls lobte Friedhelm Geyer in dem Buch „Erinnerungen an vergangene Tage“ meine Mutter: „Auch Sophie, Ehefrau von Schlachtermeister Wilhelm Busch, in der gleichnamigen Schlachterei am Plan (heute Klöndeele), hatte ein Herz aus Gold. Sie überließ uns oft Wurst und Fleisch, obwohl die Bezugsmarken dafür längst nicht mehr vorhanden waren und die Abgabe ohne Marken strengstens verboten war. Allen dreien sei postum noch herzlich gedankt!“

Die Feier im Deutschen Bundestag hat mich sehr bewegt. Inzwischen bin ich 80 Jahre alt und denke mit Stolz an unsere Eltern zurück.








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