Mittwoch, 02.09.2020

Echt cool: Wie der Garten zur Klima-Anlage wird

Vor einigen Jahren sollte ich für eine Verwandte Gartenpläne erstellen, weil sie ihren großen, völlig verwilderten Garten neu gestalten wollte. In allen Varianten, die ich vorschlug, waren mehrere Sitzplätze enthalten, denn sie hat ein wirklich großes Grundstück. Und der Garten liegt fast den ganzen Tag in der Sonne. Das mag im Frühling und Herbst sehr angenehm sein, wenn jedoch die Sonne im Hochsommer vom Himmel brennt, ist es schön, wenn man seinen Garten im kühlen Schatten, möglichst noch neben einer plätschernden Wasserstelle, genießen kann.

Selbst in meinem kleinen Garten gibt es mehrere Sitzplätze: die mit Stegplatten überdachte Terrasse direkt am Haus, eine Pergola im Zentrum des Gartens, einen kleinen Schattenplatz zwischen Schuppen und Hochbeet und einen am Kräuterbeet. Die Pergola hat sich gut bewährt, als es im August einige Wochen lang heiß und schwül war. Besonders am Abend haben wir dort gesessen, weil wenigstens ein kleiner Luftzug die Haut angenehm kühlte. Da aber die Pflanzen an der Pergola noch ziemlich klein sind und deshalb noch keinen Schatten spenden können, habe ich ein Sonnensegel genäht, mit Ösen versehen und einfach an ins Holz geschraubten Haken aufgehängt. Ein Sonnensegel oder ein großer Schirm bietet zwar immer einen Sonnenschutz, aber wirklich kühl ist es darunter nicht. Ein repräsentatives und zugleich angenehm erfrischendes Ambiente für den eigenen Garten bietet ein solcher Brunnen. Foto: easy-PR/Wohnrausch

Es gibt aber bessere Möglichkeiten, kühle Plätze im Garten zu schaffen: Wer eine größere Fläche zur Verfügung hat, kann ein richtiges Schattenzimmer anlegen, indem er rund um einen kleinen Sitzplatz Hecken anpflanzt. Die Pflanzen verdunsten über ihre Blätter Wasser, was die Umgebungsluft um einige Grade abkühlen kann.

Wasser wirkt belebend

Ein kleiner Brunnen oder ein Wasserspiel am Sitzplatz hat einen zusätzlichen Effekt, und zwar nicht nur durch das kühle Wasser selbst, sondern auch durch die Geräusche. Denn diese können zum Beispiel Verkehrslärm oder auch das Gespräch der Nachbarn überdecken und so für eine ruhige Atmosphäre sorgen. Solche Wasserspiele gibt es in vielerlei Variationen – vom lebendig sprudelnden Springbrunnen über stehendes Wasser in Becken für eine ruhige, teils sogar andächtige Atmosphäre, bis hin zu Quellsteinen, an denen das Wasser leise plätschernd herabrinnt.

Eine Wasserstelle im Garten tut übrigens nicht nur uns Zweibeinern gut. Auch Insekten, Vögel, Igel und andere Nützlinge profitieren davon, wenn sie dort trinken oder sich mit einem kurzen Bad abkühlen können.

Eine weitere Möglichkeit der Abkühlung in heißen Zeiten ist das Begrünen von Wänden und Zäunen (und Nistplätze schafft man so auch gleich). Beispielsweise können an der Garagenwand oder am Sichtschutzzaun zum Nachbarn Kletterpflanzen gesetzt werden. Dabei muss man sich entscheiden, ob man die Wand auch im Winter begrünt haben möchte oder nicht. Vorteil einer sommergrünen Bepflanzung ist, dass sie bei Hitze die Wand abschirmt, die sich durch die Sonne sonst aufheizen würde. Im Winter ist dieser Effekt aber vielleicht gewünscht, und dann ließe eine sommergrüne Bepflanzung die Sonnenwärme durch, weil ja im Winter das Laub fehlt. Apropos Laub: Ein kühler Sitzplatz lässt sich auch unter einem Baum einrichten. Besonders alte Exemplare sind sehr beliebt. Dabei muss man dann allerdings darauf achten, dass der Baum gesund ist und keine brüchigen Äste hat, die dem Schatten Suchenden auf den Kopf fallen könnten. Obstbäume eignen sich nur bedingt, weil es zu bestimmten Zeiten im Jahr Fallobst „regnet“.

Wer seinen Garten zur kühlen Oase machen möchte, sollte auch auf die Baumaterialien für Wege, Mauern und Begrenzungen achten. Steine heizen sich sehr stark auf, so dass das Barfußgehen zeitweise sehr unangenehm sein kann. Rasenwege dagegen sind kühl unter den Füßen (allerdings muss man dann auf stechende Insekten achten). Auch Holz eignet sich für die Bodengestaltung eines Sitzplatzes besser als Stein. Holz wird zwar im nassen Zustand rutschig, aber wer sitzt schon bei Regen oder Schnee draußen, wenn der Platz nicht überdacht ist?

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Dann schreiben Sie der Autorin eine E-Mail: christina.borchers(at)goslarsche-zeitung.de.