Freitag, 31.08.2018

Durch gemeinsames Kochen Ländergrenzen überwinden

Leserbrief

Goslar. Vorurteile, Diskriminierung und Rassismus: In multikulturellen Klassen können diese Dinge an der Tagesordnung stehen. In der 6d der Realschule Goldene Aue war es ähnlich: „Ein Kind gab eine rassistische Äußerung von sich, wusste aber nicht, was sie bedeutete“, sagte Sozialpädagogin Viola Markwort.

So kam der Stein ins Rollen und die Lehrer entschieden sich, interkulturelle Tage zu veranstalten. Die 6d war Vorreiter-Klasse. In Zukunft soll das Projekt im gesamten fünften und sechsten Jahrgang durchgeführt werden, erklärte Markwort.

Am ersten Projekttag beschäftigte sich die sechste Klasse mit ihrer Lehrerin Isabel Barfuss und der Sozialpädagogin intensiv mit den Herkunftsländern der Schüler: Die Türkei, Griechenland, Polen, Italien und Russland sind unter anderem vertreten. Dabei setzten sie sich mit den Besonderheiten der einzelnen Länder auseinander und überlegten, welche Gemeinsamkeiten es zu Deutschland gibt, erzählte Barfuss. Damit dies nicht zu theoretisch geschah, ging es für die Schüler am zweiten Veranstaltungstag in die Küche.

In Gruppen aufgeteilt kochten sie Rezepte aus den Herkunftsländern der Kinder. Die zwölfjährige Sarah-Lynn Berwald kümmerte sich mit ihrer Gruppe um sogenannten Djuvec-Reis. Das ist eine traditionelle Beilage zu Fleischgerichten, die besonders im Balkan beliebt ist.

Große Leidenschaft

Sarah erzählte, dass Kochen ihre große Leidenschaft ist. Dass sie nicht zum ersten Mal in der Küche steht, zeigte sich, als sie in ihrer Gruppe das Ruder übernahm und ihre Mitschüler anleitete. Sie probiert auch gern neue Rezepte aus. „Bei den internationalen Gerichten sehe ich, was andere Leute kochen. Sonst bekommt man ja nur mit, was es zu Hause gibt“, sagte die Schülerin.

In einer anderen Gruppe wurden typisch deutsche Kartoffelpuffer zubereitet. Melek Öztürk rieb dafür die Erdäpfel. Die Eltern der Elfjährigen stammen aus der Türkei, sie selbst ist in Deutschland geboren. „Ich finde es spannend, Rezepte aus anderen Ländern kennenzulernen“, erzählte sie. Melek hatte für den Projekttag eins ihrer türkischen Lieblingsgerichte mitgebracht: gefüllte Weinblätter.

Leckere Gerichte

Börek und Sucuk, türkische Knoblauchwurst, hatte Taylan Behrens dabei. Sein Vater kommt aus Griechenland und seine Mutter ist Türkin. Der Elfjährige hilft seiner Mama gern in der Küche. Taylan bezeichnete sich als guten Koch. Gekonnt sah es schon aus, als er mit seinen Mitschülern die Eier für den Pfannkuchenteig aufschlug, nur beim Umgang mit dem Mixer bestand Verbesserungspotenzial. „Das lag am Gerät“, versuchte Taylan zu erklären, warum sich so viel Teig auf dem Tisch befand.

Lecker schmeckten die Gerichte aber trotzdem. Da nicht nur Kochen sondern auch Musik verbindet, ließen die Schüler den Tag mit internationalen Rhythmen ausklingen. cok








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