Mittwoch, 14.11.2018

Drohne steuern und Lehrer duzen

Leserbrief

Goslar. Viele Jugendliche fiebern sehnsüchtig ihrem Abschluss entgegen, weil sie dann ihre Schule endlich nicht mehr von innen sehen müssen. Bei Elisa Zetzmann und Julius Engelhardt war das anders: Die beiden Goslarer sind nach ihrem Abitur sofort an die Berufsbildenden Schulen (BBS) Baßgeige zurückgekehrt und absolvieren dort ihren Bundesfreiwilligendienst.

Doch ist es nicht komisch, an seine alte Schule zurückzukehren und die Seiten zu wechseln: Vom Schüler zum Kollegen? „Ja, das war schon etwas seltsam“, sagen die beiden. „Ganz komisch war es, als wir plötzlich angefangen haben, die Lehrer zu duzen“, erzählt die19-jährige Elisa. Sie sagt, dass sie und Julius viel Glück gehabt hätten, den Freiwilligendienst an ihrer alten Schule zu absolvieren. „Wir hatten schon immer ein gutes Verhältnis zu unseren Lehrern. Das war schon fast freundschaftlich“, berichtet sie.

Mehr als nur Sehnsucht

Elisa und Julius sind aber nicht nur aus Sehnsucht an ihre alte Schule zurückgekommen. Sie nutzen das Freiwilligenjahr zur Orientierung. Für Julius stand schon länger fest, dass er an der BBS Bufdi sein will. So werden diejenigen genannt, die ihren Bundesfreiwilligendienst ableisten. Der 20-Jährige hat sich zwar für eine Ausbildung zum Mediengestalter beworben, doch er wurde nicht angenommen. „Mein Plan B vor der Bewerbung war es, Bundesfreiwilligendienst abzuleisten“, sagt er. Julius kannte bereits den Bufdi, der das vergangene Schuljahr an der BBS verbracht hat. Er war mit ihm befreundet und hat auch so von dem Projekt erfahren.

Bei Elisa war es eher ein spontaner Entschluss. Die 19-Jährige möchte beruflich gern in die Richtung Design gehen. Doch einen konkreten Plan hat sie bislang noch nicht. Am Ende ihres letzten Schuljahres hat sie erfahren, dass noch eine Bufdi-Stelle frei ist. Weil sie sonst nicht wusste, was sie machen soll, hat sie sich darauf beworben.

Beiden war es auf jeden Fall wichtig, nicht zu Hause „rumzugammeln“. Einige Freunde von ihnen hätten wohl kritisch nachgefragt, warum sie nicht lieber gleich studieren, doch Elisa und Julius stehen hinter ihrer Entscheidung. Vor allem Julius kann von seiner Arbeit an der BBS profitieren. Weil er dort viel mit Computern zu hat, könne er sich vorstellen, später eher im Informatik-Bereich als in der Medienbranche zu arbeiten.

Er kümmert sich mit Elisa vor allem um die Technik an der Schule. Dazu gehöre es zum Beispiel, die Computer auf Vordermann zu bringen oder Schüler bei Problemen zu helfen. Sie unterstützen zudem die Lehrer im Unterricht, kümmern sich um ein Projekt mit der Lebenshilfe und organisieren Veranstaltungen.

Mit der Drohne fliegen

Eine besondere Attraktion sei es für die beiden, dass sie mit der schuleigenen Drohne fliegen dürfen, erklären sie. Doch das tun sie nicht (nur) zum Spaß. Die Aufnahmen werden beispielsweise für den Gestalten-Unterricht verwendet.

Generell haben die beiden einen abwechslungsreichen Tagesablauf und können sich in vielen Bereichen ausprobieren. „Sie machen einen guten Job“, sagt Holger Schwerdtfeger, Abteilungsleiter des beruflichen Gymnasiums in Goslar, der sich dort um die Bufdis kümmert.







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