Montag, 29.04.2019

Die gute alte Brotbox bleibt beliebt

Leserbrief

Goslar. Wie genau nehmt ihr das mit der Nachhaltigkeit bei Produkten? Bei Reinigungsmitteln, Verpackungsfolien oder Getränkeflaschen? Und welche Recycling-Fähigkeit hat beispielsweise das ausrangierte Stofftier? Was cool aussieht, kann für Mensch und Umwelt durchaus schädliche Stoffe enthalten. Andere Dinge wirken unscheinbar, haben aber einen nachhaltigen Nutzen.

Am Montagvormittag stellten sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 11.2 des Christian-von Dohm-Gymnasiums (CvD) samt Klassenlehrer Norbert Rinke in einer „Expertenrunde“ den vielen Fragen rund um das ebenso bewegende wie zukunftsentscheidende Thema.

Gelber Sack nur Anfang

Als Forschungsgrundlage und für einschlägigen Diskussionsstoff standen ihnen vier Lernboxen „Cradle to cradle“ mit den eingangs genannten Produkten zur Verfügung. In den Unterricht mitgebracht hatte sie Birgit Dybowski, von der Naturerkundungsstation (NEST), dem regionalen Umweltbildungszentrum in Wolfsburg.

„Unser angestrebtes Ziel sollte bei allen Produkten der ‘Von der Wiege zur Wiege’-Gedanke sein“, erklärte sie. Das bedeutet, jedes Produkt sollte in alle seine Bestandteile zerlegt und dem Recycling zugeführt werden können. Der „Gelbe Sack“ sei da nur der kleine Anfang in einer wichtigen, neuen großen Betrachtungsweise. „Der nimmt nur Verpackungen aus Plastik, aber es müsste dringend noch Systeme geben, die andere Wertstoffe sammeln. Nicht nur Papier und Glas.“

Den wohl einfachsten aller Vergleiche hatte die Schülergruppe mit Trinkflaschen, aus Glas, Plastik und Plastik ohne Weichmacher. Aber wie gut lassen sich die Produkte in ihrer Alltagstauglichkeit bewerten? Vorab: Bei den Angaben zu der Zusammensetzung müsse man ohnehin dem Hersteller Glauben schenken.

Auch spielte die gute Reinigungsmöglichkeit und häufige Wiederverwendung eine große Rolle. Eine Lücke tat die Stofftier-Bewertung auf. Es gibt keine Recycling-Möglichkeit für ausrangierte Schmusetiere, mussten die Elftklässler nach akribischer Produktbetrachtung feststellen. Die Füllmaterialien, über den Stoff bis zu den Knopfaugen müssen getrennt und separat aufgearbeitet werden. Darauf seien die Unternehmen bislang noch nicht ausgerichtet, so Expertin Birgit Dybowski.

Teures Biopapier

Außer den klassischen Putzmitteln im Vergleich gab es auch umweltfreundliches Einwickelpapier, das unter die sprichwörtliche Lupe genommen wurde. Mit Bienenwachs und Aloe Vera als Bestandteile konnte das durchaus auch sehr teure Biopapier bei den Schülern nicht punkten. In der Praxis im Schulalltag setze das Team auf die klassische Brotbox. Bewährt seit Kindergartentagen mochten die Oberstufenschüler ihre Brotbox auf gar keinen Fall gegen das so fettig wirkende Einwickelpapier eintauschen. Eine Alternative zur Alufolie sei es aber schon, lenkten die Schüler ein.

„Mit den Lernboxen werden Diskussionen angeschoben und die Schüler setzen sich mit den verschiedenen Stoffen auseinander“, bewertete Birgit Dybowski den ersten Einsatz bei einer CvD-Klasse als erfolgreich. Ausgelegt sind die „Cradle to cradle“-Boxen auf den Unterricht in der Oberstufe. Sie sind in naturwissenschaftlichen Fächern einsetzbar, aber auch in Politik, Erdkunde und Geschichte. Unter Info(at)nest-wob.de können die Projektboxen ausgeliehen und weitere Infos erfragt werden.







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