Donnerstag, 06.07.2017

Die große Krustentier-Verwirrung

Heute geht es ins Wasser, zu den Meeresfrüchten. Ich bin zwar kein Fan von Muscheln und Tintenfisch, aber Garnelen mag ich sehr und bereite sie auch gern selbst zu.

Doch was heißt hier Garnelen. Bei der Benennung der diversen Krustentiere auf Speisekarten und in Rezepten herrscht ein fröhliches Durcheinander. Da werden gebratene Scampi angepriesen, die sich als Riesengarnelen entpuppen. Stammen die Garnelen aus Südamerika, kommensie als Gambas daher. Auf spanischen Speisekarten werden siegern auch als Langostinos bezeichnet, obwohl sie verwandtschaftlich eher wenig mit der Languste zu tun haben, die auch gern mal im englischsprachigen Raum als Lobster verkauft wird, obwohl sie gar kein Hummer ist.

Im rohen kompletten Zustand erkennt man sofort den Unterschied. Der Hummer hat mächtige Scheren, die Languste nur lange Antennen. Der Scampo gehört zu den Hummerartigen und hat lange wenn auch dünne Scheren. Die Garnele, egal wie groß sie ist, hat keine.

Kleine Sandgarnele

Dann lesen wir etwas von Nordseekrabben? Doch diese „Krabbe“ ist eigentlich eine kleine Sandgarnele. Nur das Tierchen ausder Nordsee darf sich ausnahmsweise Krabbe nennen, obwohl Krabben natürlich eine eigene Spezies sind und mit der Kamtschatka- oder Königskrabbe – Beinspannweite bis zu zwei Metern – das größte Krustentier der Welt stellen.

Wer Shrimps bestellt, bekommt ebenfalls Garnelen, der Begriff wird in Amerika gern verwendet, getoppt von Tiger-Prawns, einer besonders großen Garnelenart. Apropos Größe, sie ist oft auf der Tiefkühlpackung als „Kaliberzahl“ vermerkt. Sie bezeichnet, wie viele rohe ungeschälte Garnelenschwänze zusammen ein britisches Pfund (rund 453 Gramm) wiegen. Je kleiner die Zahl, um so größer die einzelnen Garnelenschwänze. Bei Kaliber 16 bis 20 haben die Schwänze ein Gewicht von durchschnittlich 25 Gramm, die kleinsten Tiere werden gefroren im Kaliber 71 bis 90 verkauft und wiegen dann nur etwas über 5 Gramm.

Die Größe schlägt sich natürlich im Preis nieder. Aber meine Erfahrung zeigt, dass man selbstim Discounter mittlerweile sehr ordentliche gefrorene Riesengarnelen bekommt. Denn frische Garnelen abseits des Meeres kaufen?Da habe ich immer Sorgen, wie lang der Weg des Tieres bis zu mir war und ob die Kühlkette immer stand. Dann lieber schockgefrostete Ware.

Schnelles Gericht

Ich bevorzuge rohe Garnelen, vorgekochte sind eher etwas für Salate. Eine Packung Garnelen im heimischen Tiefkühlfach und schon kann man etwas für plötzliche Gäste zaubern. Ein schnelles Lieblingsgericht von mir: gebratene Garnelen mit fein gehacktem Ingwer, Knoblauch, Chili und glatter Petersilie, abgelöscht mit Zitrone und etwas Weißwein, fertig ist ein leckerer kleiner Happen.

Für meine Lieblingspasta friere ich mir in der Spargelsaison gern preiswerten Bruchspargel ein und habe das ganze Jahr eine überraschende Kombination. Mit Rosmarin gebratene Spargelstücke kombiniert mit gebratenen Garnelen, abgelöscht mit Pastis und mit etwas Sahne gebunden. Dazu ein paar schöne Breitbandnudeln weiß oder grün und einen kühlen Riesling – lecker.