Samstag, 12.10.2019

Die drei ??? – und eine 40-jährige Erfolgsgeschichte

Leserbrief

Sie übernehmen jeden Fall – Erster Detektiv: Justus Jonas, Zweiter Detektiv: Peter Shaw, Recherche und Archiv: Bob Andrews. Klar, der Stil des ersten Satzes wirkt komisch. Fans der beliebten Hörspielserie „Die drei ???“ haben es schon erkannt – hier stand der Text der berühmten Visiten-Karte der drei Jungdetektive Pate. Und ja, es gibt sehr viele Menschen, die ihn auswendig mitsprechen können.

Hörspiel-Adaption

Stark dazu beigetragen haben dürfte die Hörspiel-Adaption der gleichnamigen Jugendroman-Serie, von der die ersten sechs Folgen am 12. Oktober 1979 beim Label Europa erschienen sind. Seitdem sind mittlerweile 201 Folgen produziert worden, in denen die drei Hauptcharaktere, gesprochen von Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich, mysteriösen Diebstählen, Entführungen und ähnlichen Fällen nachgehen. Denn dafür stehen die drei Fragezeichen, das Symbol ihrer „Firma“, ja auch – für ungelöste Rätsel und Geheimnisse aller Art. Ihre Zentrale haben sie auf dem Schrottplatz von Justus’ Onkel Titus. Mit vielen Kunden kommen dort auch neue Fälle auf sie zu.

Unterstützt werden sie dabei von niemand anderem als dem berühmten Regisseur Alfred Hitchcock, dem Chauffeur Morton, der ihnen samt goldbeschlagenem Rolls-Royce zur Verfügung gestellt wird und unter Vorbehalt auch von der Polizei.

Erzfeind "Skinny Norris"

Natürlich haben sie auch wiederkehrende Gegenspieler, wie ihren erklärten Erzfeind „Skinny“ Norris, der sie hin und wieder bei ihren Ermittlungen behindert oder sie einfach nur ärgert.

Ursprünglich für Kinder konzipiert, hat die Serie nach nun40 Jahren mittlerweile auch immer mehr erwachsene Fans. Viele sind den Detektiven seit der Kindheit treu geblieben, und mit ihnen groß geworden – auch wenn Justus, Peter und Bob schon seit Jahrzehnten im Teenager-Alter bleiben. Andere Fans wurden erst später mit dem „Drei ???“-Virus infiziert, gehen aber ebenso begeistert mit ihnen auf die Spurensuche. Und längst schon beschränkt sich der Erfolg nicht mehr nur auf das heimische Wohnzimmer: Rohrbeck, Wawrczeck und Fröhlich alias Justus, Peter und Bob füllen mittlerweile ganze Halle, wenn sie auf Tournee gehen. Natürlich gibt es auch anlässlich des40. Geburtstages der drei Detektive wieder Live-Auftritte: Mit „Der dunkle Taipan“ treten die Sprecher ab übernächster Woche in ganz Deutschland auf – und dank ihrer treuen Fans sind schon viele Termine ausgebucht. Übrigens gibt es auch in der Redaktion der GZ ein paar „Kollegen“, die nur zu gerne über die „Drei ???“ schreiben...

 

Julian Belz: "Treue Begleiter"

Lieblingsfolge: Der Fluch des Rubins
Lieblingscharakter: Bob Andrews und Patrick O’Ryan
Zitat: Peter: „Können Sie nicht mal auf ihre vornehme Redeweise verzichten?“ Morton: „Sehr wohl, die Herrschaften. Wie die Herrschaften wünschen.“

Die drei Detektive begleiten mich seit der Kindheit in fast allen Lebenslagen. Lange Autofahrten haben sie erträglicher gemacht, von Hausaufgaben abgelenkt und mit dem Walkman das Entspannen in der Hängematte im Garten zum perfekten Erlebnis aufgewertet. Mittlerweile helfen sie mir nach der Arbeit beim Runterkommen und Abschalten.

Marieke Düber: Freunde der Kindheit

Lieblingsfolge: Stimmen aus dem Nichts
Lieblingscharakter: Justus Jonas und Morton, der Chauffeur
Zitat: Peter: „M kann schließlich alles bedeuten.“ Bob: „Ja, Madonna zum Beispiel.“

Playstation spielen, Pokémon zocken oder zeichnen, während im Hintergrund Justus, Peter und Bob ermittelten – so habe ich früher viele verregnete Tage mit meiner Schwester und meinen Cousins verbracht. So sind die „Kollegen“ für mich wie alte Freunde, mit denen ich aufgewachsen bin. Als ich Oliver Rohrbeck, den Sprecher von Justus, sogar einmal treffen durfte, war das zumindest die Erfüllung von einem Drittel meiner Fangirl-Träume. Egal, ob gute oder schlechte Laune, auf „Die drei ???“ kann man sich immer verlassen. Das gilt fürs echte Leben genau wie für ihre Fälle – und ein neuer wartet sicher hinter der nächsten Ecke.

Maria Kuznecov: Ein alter Bekannter

Lieblingsfolge: Der Nebelberg
Lieblingscharakter: Bob Andrews
Zitat: „Darf ich Ihnen unsere Karte geben?“

Ein eigenes Hörspiel oder Buch von den „Drei ???“ hatte ich selber tatsächlich noch nie. Als ich jünger war und noch zur Grundschule ging, waren meine Eltern noch dabei, sich an die deutsche Kultur zu gewöhnen und deshalb hatten wir auch kaum deutsche Bücher zu Hause. Zum Glück hatte ich aber eine gute Freundin, von der ich mir auch öfters mal CDs ausleihen durfte und mir deswegen die spannenden Geschichten nicht entgangen sind. Einen Abschnitt meines Lebens haben die Drei Fragezeichen also geprägt, wenn auch nur einen kurzen. Aber auch heute lese ich ab und zu gerne mal eine der Geschichten, da meine jüngeren Brüder inzwischen einige Bücher von den drei berühmten Detektiven besitzen.

Svenja Paetzold-Belz: Mit „???“ einschlafen

Lieblingsfolge: Das Hexenhandy
Lieblingscharakter: Angsthase Peter
Zitat: „Was ist, wenn der Nudelsalat vergiftet ist?“

Ich gebe zu: Hörbücher, selbst wenn sie spannend sind, wirken auf mich wie Schlaftabletten. So kommt es, dass ich fast jede „???“-Folge schon mehrfach gehört habe – aber immer nur halb. So fiel es mir leicht, eine Lieblingsfolge zu wählen – „Das Hexenhady“ ist nämlich die Einzige, die ich je bis zum Ende durch gehört habe. Und das auch nur, weil ich während des Hörens in der Küche Kekse gebacken habe. Als Kenner gehe ich also nicht wirklich durch. Trotzdem haben es Justus, Peter, Bob und ihr nerviger Papagei Blacky schon öfter in meine Träume geschafft. Wenn man nämlich nachts aufwacht und im Halbschlaf mitten in einen Fall der drei Detektive gerät, kann das schon mal zu ziemlich wirren Horrorvisionen führen.

Petra Hartmann: Bitte Ohren zuhalten!

Lieblingsfolge: „Der tanzende Teufel“. Und unter den neueren „Das versunkene Dorf“.
Lieblingscharakter: Justus natürlich.
Zitat: „Er ist wütend, und Wut entspringt aus Angst. Jetzt hat er Angst vor uns.“

Meine Einstiegsdroge war der „Grüne Geist“, im Sommer 1980 vom Taschengeld am Hildesheimer Hauptbahnhof erstanden. Und den „Schreienden Wecker“ kann ich heute noch spontan nachmachen, wenn es mich überkommt. Also bitte Ohren zuhalten, falls ich auf das Thema zu sprechen komme. Ich war ein absolutes Kassettenkind und bin es immer noch. Wenn irgendwann mein steinalter Kassettenrecorder schlappmacht, stehe ich vermutlich traurig da mit meinen 143 MCs und habe mein ganzes kulturelles Erbe verloren. Ach, nein, „Feuermond“ wird mir erhalten bleiben, das habe ich zusätzlich als MP3 in der Amazon-Audiothek ...









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